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Hamburg Prozess gegen Arzt wegen aktiver Sterbehilfe bei zwei Seniorinnen

Vor dem Hamburger Landgericht beginnt heute um 9.30 Uhr ein Prozess gegen einen Arzt des Vereins Sterbehilfe Deutschland.

Themenseite: Assistierter Suizid

Am Hamburger Landgericht beginnt am heutigen Donnerstag, 31. August 2017, um 9.30 Uhr ein Prozess gegen einen Arzt des Vereins Sterbehilfe Deutschland. Der 75-Jährige soll gemeinsam mit dem Vereinsvorsitzenden Roger Kusch zwei Frauen im Alter von 81 und 85 Jahren im Zusammenhang mit ihrem Sterbewunsch nicht angemessen beraten haben.

In einem psychiatrischen Gutachten habe der Angeklagte den Entschluss der Seniorinnen als frei von Mängeln diagnostiziert, obwohl sie nicht vollständig aufgeklärt und über Lebensalternativen beraten worden seien, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Dann soll der Arzt ihnen tödliche Medikamente gegeben haben, die die beiden Frauen am 10. November 2012 einnahmen und wenige Minuten später starben.

Dem Prozess ging ein langes Tauziehen zwischen Staatsanwaltschaft und Gericht voraus. Das Oberlandesgericht lehnte eine Anklage gegen den früheren Justizsenator Kusch ab. Es verneinte auch den Totschlagsverdacht gegen den Arzt. Er stehe lediglich im Verdacht der versuchten Tötung auf Verlangen durch Unterlassen. Der Grund: Er soll nach dem festgestellten Tod der Frauen noch mindestens eine halbe Stunde gewartet haben, um eine Reanimation durch die Feuerwehr auszuschließen. Die Staatsanwaltschaft beharrt dagegen auf dem Vorwurf des Totschlags gegen den Mediziner.

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