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Protonentherapieanlage: Sachsen bekommt Zentrum für die Krebsforschung

In Deutschland steht mittlerweile die dritte Protonentherapieanlage. Nach Ansicht von Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) wird sie die Versorgung krebskranker Patienten entscheidend verbessern. Doch erst im Herbst 2014 werden die ersten Patienten behandelt.

Die Protonentherapieanlage des Universitätsklinikums Dresden ist fertig. Nun haben Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) und der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) die Anlage gemeinsam eingeweiht. Doch bevor dort von Herbst an die ersten Patienten behandelt werden können, muss in den kommenden Monaten noch die Abnahme der Protonentherapieanlage durch die Behörden erfolgen.

Bei der Einweihungsfeier am 22. August 2014 konnten sich Wanka und Tillich allerdings schon von der Funktionsfähigkeit der Anlage überzeugen. "Die neue Bestrahlungseinheit wird die Versorgung krebskranker Patienten entscheidend verbessern", sagte Wanka. Dresden werde mit dieser Einrichtung herausragende Impulse für die Krebstherapie in Deutschland liefern. Die Bundesforschungsministerin wies zudem darauf hin, dass der Start der vorläufige der Protonentherapieanlage der Höhepunkt einer Entwicklung ist, die man "erhofft", aber in einem so kurzen Zeitraum nicht für möglich gehalten habe. "In nur elf Jahren ist es gelungen, in Dresden ein weltweit anerkanntes Zentrum für Strahlenforschung in der Onkologie zu etablieren", so Wanka.

Größere Heilungschancen für Patienten durch Protonentherapieanlage

Dresden ist neben Heidelberg und Essen die dritte deutsche Universität und eine von weltweit 30 Institutionen, die über eine Protonentherapieanlage  verfügt. Die Therapie gelte als bedeutende Innovation in der Strahlentherapie mit höheren Heilungschancen für die Patienten, schreibt das Bundesforschungsministerium (BMBF). Es hat OncoRay, das Nationale Zentrum für medizinische Strahlenforschung in der Onkologie, seit 2003 mit insgesamt rund 36 Millionen Euro gefördert.

Auch in den kommenden Jahren werden noch weitere Fördergelder nach Dresden fließen. Schließlich kündigten Wanka und Tillich bei der Einweihungsfeier an, dass ein aus der Medizinischen Fakultät und dem Uniklinikum der TU Dresden sowie dem Helmholz-Zentrum Dresden-Rossendorf formiertes Konsortium künftig eine jährliche Förderung in Höhe von 13,5 Millionen Euro erhält. Mit dem Geld solle in Dresden der Partnerstandort des in Heidelberg bereits ansässigen Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) aufgebaut werden. Vorgesehen ist eine jährlich steigende Förderung der patientenorientierten Forschung zur individualisierten Präzisionsonkologie. Hierdurch soll erreicht werden, dass zukünftig auf Basis von klinischen, bildgebenden und molekularen Daten zielgerichtet für den einzelnen Patienten eine maßgeschneiderte Therapie angeboten werden kann.

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