Priscus-Liste Priscus-Medikamente erhöhen Risiko für Klinikeinweisung

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Ältere Menschen, die Arzneimittel von der „Priscus-Liste“ einnehmen, werden häufiger ins Krankenhaus eingewiesen. Das zeigt eine neue Studie über den umstrittenen Katalog. In der Tabelle stehen Mittel, die aufgrund des höheren Risikos unerwünschter Arzneimittelwirkungen als potenziell ungeeignet für ältere Menschen eingestuft werden.

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Die Untersuchung wurde in der Online-Fachzeitschrift „Plos One“ veröffentlicht. Geprüft wurde, ob es mögliche Zusammenhänge zwischen der Einnahme von nicht altersgerechten (Priscus-)Medikamenten und Krankenhauseinweisungen gibt. Messpunkte waren das erstmalige Abholen eines Medikaments in der Apotheke und die Einweisung in ein Krankenhaus bis zu sechs Monate danach. In der Studie wurden zwei Patientengruppen verglichen. Beide hatten jeweils eine alterstypische Basismedikation erhalten. Die erste Gruppe, die Priscus-Medikamente zu sich nahmen, hatte ein um 37,8 Prozent erhöhtes Risiko, sich im Krankenhaus behandeln lassen zu müssen. Die zweite Gruppe, die zum Vergleich herangezogen wurde, bestand aus Patienten, denen für Ältere besser verträgliche Alternativen verschrieben wurden. „Auch wenn die Studie nicht umfassend alle Gründe für die Krankenhauseinweisungen untersuchen konnte und sie insofern eine Unschärfe beinhaltet, zeigen die Ergebnisse dennoch zumindest eine deutliche Tendenz auf, dass alterstypische Komplikationen bei Einnahme von Priscus-Medikamenten nicht zu vernachlässigen sind“, sagt Dr. Heinz Endres, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim AQUA-Institut und Erst-Autor der Studie. Aus Sicht der Forscher sollten Ärzte deshalb die Empfehlungen der Priscus-Liste bei ihrer Therapieentscheidung berücksichtigen. Dies trage zu einer verbesserten Arzneimittel- bzw. Patientensicherheit bei.

Der Analyse liegen die anonymisierten Abrechnungsdaten von knapp 400.000 Versicherten im Alter von 65 Jahren und älter der AOK Baden-Württemberg aus den Jahren 2009 und 2010 zugrunde. Die Studie gibt es online .