E-Health Preparents: Geburtsvorbereitung und Elternkurs per App

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Die Terminkalender von Hebammen sind voll. So voll, dass viele werdende Eltern gar keinen Platz bekommen. Doch gerade junge Bald-Mamas und -Papas wünschen sich Anleitung und Hilfe. Die App „Preparents“ macht nun das wertvolle Wissen für alle jederzeit abrufbar.

Preparents
Mit Podcasts, Videos und Texten macht die App Preparents wertvolles Hebammen-Wissen für werdende Eltern zugänglich. – © OlekStock (stock.adobe.com) / Preparents

Die Mutter ist Hebamme, die Tochter IT-Spezialistin. Gemeinsam kamen Martina Langer- Kirmaierund Amrei Sophia Kirmaier auf die Idee, das Wissen der Mutter in eine App zu packen. So wollen sie auch jungen Eltern bei der Geburtsvorbereitung helfen, denn Hebammen mit freien Kapazitäten sind rar. Durch Podcasts, VideosundTexte geben die Frauen alles Wichtige weiter. Seit Juli ist die Anwendung im Playstore verfügbarunddas Mutter-Tochter-Duo hat noch viel vor: Die CE-Zertifizierung ist in der Macheundeines Tages soll Preparents auch spanischundenglischsprachige Mütter unterstützen. MitgründerinundTochter Amrei Sophia Kirmaiererklärte HCM wie sie das schaffen wollen.

Wie kamen Sie auf die Idee zur App?

Kirmaier Die Idee der App entstand im Herbst 2019, als meine Mutter mir sagte, dass Sie ein Buch über Ihre Erfahrung aus 28 Jahren Hebammenarbeit verfassen wird. Da ich in der IT-Branche arbeite, dachte ich wir könnten daraus eine App machen, um meine Generation besser zu erreichen. Dass der Hebammenmangel in Deutschland seit einigen Jahren bereits akut ist, habe ich selbst an einigen Faktoren bemerkt. Eine Kollegin suchte z.B. längere Zeit nach einer Hebammeundbei meiner Mutter gingen jede Woche neue Anfragen für Hebammenbetreuung ein, die sie nicht übernehmen konnte.

Was kann die App Preparents?

Kirmaier SchwangereundEltern können Antworten auf Ihre Fragen jederzeit online über die App abrufen. Die Informationen basieren auf langjähriger Berufserfahrung als Hebammeundunterstützen Eltern in der sensiblen Phase von Schwangerschaftunderstem Lebensjahr des Babys. Unser Ziel ist es Eltern so anzuleiten, dass sie angstfreiundeigenverantwortlich ihren persönlichen Weg finden können . Unsere Kurse sind für alle geeignet, die keine Hebamme finden oder sich eine zweiteundqualifizierte Meinung einholen möchten. Wir ersetzen jedoch keinen Arztbesuchundkeine Vorsorgeuntersuchungen bei einer Hebamme.

Wie muss man sich einen Geburtsvorbereitungskurs per App vorstellen?

Kirmaier In verschiedenen Videosequenzen, PodcastsundTexten werden alle wichtigen Inhalte, wie sie auch in analogen Geburtsvorbereitungskursen vorkommen, besprochenundalle Themen von der Vorbereitung auf GeburtundWochenbett, Tipps zum Stillen oder Flasche füttern, bis hin zu Entspannungs-undAtemübungen erklärtunddemonstriert. Die Frauen werden angeregt, die Übungen zur Vorbereitung auf die Geburt täglich selbst zu üben. Die restlichen Inhalte kann man sich tatsächlich bequem von der Couch aus ansehen , oder zwischendurch, wenn man gerade Zeit hat. Uns war wichtig, die App so aufzubauen, dass man gezielt nach Inhalten suchen kannunddann direkt kompaktes Wissen dazu bekommt.

Und was erwartet Teilnehmer beim virtuellen Elternkurs?

Kirmaier Ebenfalls in verschiedenen Videosequenzen, PodcastsundTexten geht es u.a. um die Themen Ernährung für MutterundKind, Säuglingspflege, Handling des Neugeborenen, Familienbildungundvieles mehr.

Wie viele nutzen die App bereits?

Kirmaier Die Version für Android Geräte ist seit Anfang Juli im Google Play Store verfügbar. Da wir erst seit kurzer Zeit online sind, ändern sich die Download Zahlen täglich. Für Apple Geräte ist die App bereits in der Finalisierungundwird ebenfalls zeitnah zum Download zur Verfügung stehen.

Kostet die App etwas?

Kirmaier Die App kann momentan kostenfrei heruntergeladen werden, mit einigen frei zugänglichen Inhalten. Die beiden Kurse können über In-App Käufe zu einem Einführungspreis von jeweils 49,99 Euro pro Kurs für 12 Monate gebucht werden.

Übernehmen Krankenkassen die Kosten für die Kurse?

Kirmaier Wir planen eine CE-Zertifizierung, um in die Liste der verschreibungsfähigen Apps aufgenommen zu werden, außerdem sind wir bereits im Kontakt mit der AOK sowie der Barmer Krankenkasse. Mögliche Kooperationen sind noch nicht ausdetailliert, da wir momentan den Fokus auf den Go-Live der ersten Releases legen.

Wie klappt es als geschäftliches Mutter-Tochter-Duo?

Kirmaier Wir haben die Aufgabenbereiche aufgeteilt, sodass die Zusammenarbeit gut funktioniert, da jeder seinen eigenen Verantwortlichkeitsbereich hat. Martina formuliert die Inhalte, ich habe den Prototypen sowie die fachlichen Spezifikationen erstellt, drehe mit ihr die Videosundhalte den Kontakt zu den Programmierern. Dadurch sind wir ein produktives Team. Wir haben das gesamte Projekt aus eigenen Mitteln finanziert, da wir bisher weder von staatlicher Seite noch von den Krankenkassen finanzielle Unterstützung erhalten haben, obwohl von beiden Seiten reges Interesse an unserem Projekt bekundet wurde.

Wo wollen Sie in 10 Jahren mit der App stehen?

Kirmaier Langfristig planen wir die App in englischerundspanischer Sprache anzubieten, um noch mehr Eltern zu unterstützen. Es gibt in vielen Ländern keine Hebammen-Hausbesuche, daher wünschen wir uns, mit der Appundden Kursen möglichst viele Menschen zu erreichen.

Die Fragen stellte Sabrina Demmeler.

Über die Gründerinnen

Martina Langer- Kirmaier ist seit 1992 freiberufliche Hebamme undseit 26 Jahren Heilpraktikerin sowie PTA mit mehreren Zusatzausbildungen. Ihre Tochter Amrei Sophia Kirmaier arbeitete nach ihrem Bachelor-Abschluss in Information Management Automotive drei Jahre lang für Capgemini als Business Analyst. Zudem ist sie DozentinundWissenschaftliche Mitarbeiterin an der HS Neu-Ulm.