Projekt "PA-Saal" Praktische Anleitungstage im OP

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Auszubildende OTAs und ATAs sollen am BGKH zukünftig zweimal monatlich im Rahmen von Praxistagen die Abläufe eines OPs selbstständig organisieren. Das Modellprojekt „PA-Saal“ soll so mehr Zeit für Anleitungssituationen schaffen.

BG Klinikum Hamburg PA-Saal
Hauptamtliche Praxisanleiterin leitet eine Auszubildende im OP des BGKH an. – © BG Klinikum Hamburg

Operationstechnische und Anästhesietechnische Assistentinnen und Assistenten (OTAs und ATAs) sind essenziell für den reibungslosen Ablauf im und um den OP. Die Ausbildungsinhalte für diese Berufe wurden zum Januar 2022 bundesweit vereinheitlich. Um den neuen Anforderungen an das jeweilige Curriculum gerecht zu werden und den praktischen Ausbildungsanteil zu intensivieren, entwickelte das OP-Management am BG Klinikum Hamburg (BGKH) das einzigartige Projekt „PA-Saal“. Während dieser praktischen Anleitungstage übernehmen die Auszubildenden OTAs und ATAs die Führung aller Prozesse im und um den Operationssaal. Zukünftig soll ein solcher Praxistag zweimal monatlich durchgeführt werden.

OP-Führung durch Auszubildende

Die Auszubildenden OTAs und ATAs koordinieren das Zeitmanagement der zu operierenden Patientinnen und Patienten, übernehmen Ein- und Ausschleuseprozesse, bereiten den Saal und die Geräte vor, assistieren während des Eingriffes und leisten auch die Nachbereitung. Kurzum: Alle Prozesse liegen in der Hand der Auszubildenden. Dabei stehen ihnen erfahrene Fachkräfte zur Seite. Susann Groth ist hauptamtliche Praxisanleiterin und betreute ihre Auszubildenden bei der Durchführung des ersten PA-Saals im Januar: „Das ist eine wirklich anspruchsvolle Aufgabe, vor allem für Auszubildende im ersten Jahr. Aber sie profitieren auch ungemein von diesen praxisnahen Situationen und können sehr viel an Inhalten für sich mitnehmen.“

Ziele des Projektes

Die OTAs und ATAs in Ausbildung sollen ein Verständnis für die komplexen organisatorischen Prozesse rund um den Operationssaal bekommen. „Das Schnittstellenmanagement ist ein enormer Teil der Arbeit, den man überblicken muss“, erklärt die Bereichsleiterin des OP-Managements und OP-Koordinatorin Hannah Hinnenkamp. „Auch die Organisation der praktischen Anleitungstage erfordert eine gründliche interne Abstimmung. Da wir den Mehrwert für die Ausbildung jedoch ganz klarsehen, lohnt sich dieser Aufwand. Außerdem ist mir bislang kein vergleichbares Modell bekannt.“ Neben den Prozessen stehe auch die Zeit für Anleitungssituationen im Fokus. Dies sei durch die weniger enge Taktung der Operationen am Praxistag möglich.

Feedback der Auszubildenden

Darüber hinaus erhalten Auszubildende im dritten Jahr die Möglichkeit, selber anzuleiten und somit ihr eigenes Wissen auf die Probe zu stellen. Sarah Michalski ist im dritten Ausbildungsjahr und war beim ersten Praxistag im OP dabei: „Der Praxistag war für mich eine sehr schöne Erfahrung. Es war ein spannender Perspektivwechsel für mich, selber mein Wissen an jüngere Auszubildende weiterzugeben und ich denke, dass es eine absolute Bereicherung ist, unter diesen Umständen angeleitet zu werden. Das Projekt sollte auf jeden Fall fortgeführt werden.“

Das Team des OP-Managements am BG Klinikum Hamburg will die praktischen Anleitungstage 2022 fortführen und den PA-Saal mithilfe des Feedbacks der OTAs und ATAs in Ausbildung stetig weiterentwickeln.