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Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege Prävention von Gewalt und Aggression gegen Beschäftigte

Viele Beschäftigte in Gesundheitseinrichtungen erleben in ihrem Arbeitsalltag verbale oder körperliche Gewalt. Viele wissen jedoch nicht, dass bei solchen Vorfällen unter Umständen die gesetzliche Unfallversicherung greift. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) hat einen neuen Präventionsratgeber, gibt Tipps und informiert bei ihrem diesjährigen Fachkongress über das Thema.

"Verursacht ein Gewaltvorfall im Zusammenhang mit der Arbeit einen körperlichen Schaden oder eine psychische Erkrankung, handelt es sich versicherungsrechtlich um einen Arbeitsunfall", erklärt Claudia Drechsel-Schlund, Reha-Expertin der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW). "Je nach Einzelfall kann das auch bei verbalen Übergriffen gegeben sein."

Die zuständige Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse sorgt in solch einem Fall für die bestmögliche medizinische Behandlung und kümmert sich darum, dass der Versicherte wieder am beruflichen und gesellschaftlichen Leben teilhaben kann. Das gilt auch bei psychischen Folgen eines Übergriffs.

Erste Hilfe für die Psyche

Hilfe erhalten Betroffene nach Extremerlebnissen auf der Arbeit bereits, bevor gesundheitliche Folgen sichtbar werden.

Die BGW bietet ihren Versicherten in solchen Situationen z.B.

  • telefonisch-psychologische Beratung oder
  • bis zu fünf probatorische Sitzungen bei ärztlichen oder psychologischen Physiotherapeuten zur psychischen Stabilisierung.

Wenn anschließend aufgrund des Vorfalls eine psychotherapeutische Weiterbehandlung erforderlich ist, wird diese ebenfalls gewährt.

Wann Gewaltereignis melden?

Meldepflichtig sind Gewaltvorfälle, wenn sie mehr als drei Kalendertage Arbeitsunfähigkeit verursachen. Doch bei Gewalt- und anderen Extremereignissen können psychische Folgen zeitverzögert auftreten. Deshalb empfiehlt die BGW ihren Mitgliedsbetrieben:

1. Extremereignisse immer melden: insbesondere schwere Körperverletzungen, Sexualdelikte oder (Raub-)Überfälle, auch auf dem Arbeitsweg. Dabei müssen auch Beschäftigte berücksichtigt werden, die das Geschehen miterlebt oder Betroffenen geholfen haben und dadurch ebenfalls psychisch belastet sein könnten.

2. Gewaltereignisse immer dann melden, wenn psychische Auffälligkeiten bei direkt oder indirekt betroffenen Beschäftigten bemerkbar werden.

3. Bei häufigem Auftreten von Gewalt- oder Extremereignissen im Betrieb individuell Kontakt mit der BGW aufnehmen.

Zu beachten ist, dass, sofern keine Meldepflicht für den jeweiligen Arbeitsunfall besteht, bei einer fallbezogenen Meldung an die Berufsgenossenschaft die Zustimmung der betreffenden Person vorliegen muss.

Neuer Präventionsratgeber erschienen

Wie Unternehmen im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege Übergriffen auf Beschäftigte bestmöglich vorbeugen können, was nach einem Vorfall zu tun ist und welche Unterstützung die BGW ihren Mitgliedsbetrieben und Versicherten bietet, zeigt die neue Broschüre "Prävention von Gewalt und Aggression gegen Beschäftigte". Weitere Informationen zum Thema sind hier einsehbar. 

Veranstaltungstipp: „BGW forum 2019“

Vom 2. bis 4. September 2019 findet der Fachkongresses "BGW forum - Gesundheitsschutz in Krankenhaus und Klinik" in Hamburg statt. Im Rahmen des Kongresses veranstaltet die Berufsgenossenschaft am 2. September ein Satellitensymposium unter dem Titel "Gewalt gegen ärztliches und medizinisches Fachpersonal". Am 3. September steht ein Plenum zur Prävention von Gewalt gegen Beschäftigte im Krankenhaus auf dem Programm.

Weitere Informationen zur Veranstaltung sind auf der Webseite der BGW einsehbar.

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