Gesundheit -

AOK Baden-Württemberg Prävention, Reha und Pflege an einem Tisch

Der Kongress „Alter plus drei“ der AOK Baden-Württemberg Ende Juni brachte drei wesentliche Akteure in den Bereichen Gesundheit und Gesundheiterhaltung zusammen: die Pflege, die Reha und den Sektor der Prävention. Im Fokus dabei stand die gegenseitige Vernetzung.

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Prävention, Reha und Pflege an einem Tisch
Der Fachkongress „Alter plus 3“ der AOK Baden-Württemberg brachte Prävention, Reha und Pflege an einen Tisch. -

„Wie lange wir im Alter möglichst gesund leben können, hängt wesentlich mit davon ab, wie Prävention, Rehabilitation und Pflege ineinander greifen“, betonte Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg anlässlich des Kongresses „Alter plus drei“ am 29. Juni 2016 in Stuttgart. Damit es gar nicht oder möglichst spät zu Pflegebedürftigkeit komme, seien frühzeitig gezielte Maßnahmen in Prävention und Rehabilitation notwendig. Nach Modellrechnungen werde es bis zum Jahr 2030 einen Anstieg um 35 Prozent auf mehr als 400.000 Pflegebedürftige im Südwesten geben. „Angesichts solcher Zahlen darf es nicht nur um die Leistungsfähigkeit in den drei Sparten gehen. Jetzt muss die Vernetzung in den Fokus und es bedarf gesteigerten Verantwortungsbewusstseins aller beteiligten Akteure“, appellierte Hermann.

Reha und Prävention in die Pflege integrieren

Gemeinsames Ziel solle die Verbesserung der Strukturen und der Übergänge in den drei Sparten sein. „Wenn z.B. nur in geschätzten fünf bis zehn Prozent der 1.500 Pflegeheime in Baden-Württemberg systematisch Ansätze von Rehabilitations- und Präventionsmaßnahmen stattfinden, wird die Handlungsnotwendigkeit deutlich“, sagte Hermann.

Rehamaßnahmen für mehr Lebensqualität

Unterstützt wird der Verantwortungsappell durch Prof. Dr. Andreas Kruse, Leiter des Instituts für Gerontologie an der Universität Heidelberg: „Wir können schon heute den Nachweis erbringen, dass durch die Integration von Rehabilitation in die Pflege ein signifikanter Beitrag zur Verbesserung der Selbstständigkeit, der Selbstverantwortung und der Teilhabe von schwerstkranken und pflegebedürftigen Menschen geleistet wird.“ Die Praxis bestätigt, dass Maßnahmen der Rehabilitation auch für Menschen mit schwerer Pflegebedürftigkeit zur besseren Lebensqualität führen können: „Durch Übungen werden beispielsweise die Mobilität, die Sprache oder die Feinmotorik verbessert. Dadurch gewinnen die Bewohner mehr Selbstsicherheit und können ihren Alltag wieder mehr nach ihren Bedürfnissen gestalten“, erklärte die Pflegekraft Jeanette Diefenbach vom Mannheimer Maria-Frieden-Pflegezentrum.

Prävention verhindert Pflegebedürftigkeit

Der präventive Ansatz ist ebenso zentral. „Aktuelle Auswertungen zeigen, dass Prävention und Rehabilitation wirken, weil sie nachweislich Pflegebedürftigkeit verzögern oder vermeiden können“, bestätigt Prof. Dr. Cornelia Kricheldorff von der Katholischen Hochschule in Freiburg.

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