Bundesärztekammer Präsident Reinhardt fordert mehr Mitsprache im G-BA

Die Bundesärztekammer (BÄK) veröffentlicht im Vorfeld des 125. Deutschen Ärztetages vom 1. bis 2. November 2021 ein Zwölf-Punkte-Papier mit Forderungen an die kommende Bundesregierung.

Die Bundesärztekammer legt im Vorfeld des 125. Deutschen Ärztetages ein Zwölf-Punkte-Papier mit Forderungen an die kommende Bundesregierung vor. – © Bundesärztekammer/Screenshot HCM

BÄK-Präsident Dr. Klaus Reinhardt mahnt bei der Präsentation bessere Arbeitsbedingungen für die Ärzteschaft an und fordert mehr Mitsprache in der Selbstverwaltung.

Im stationären Sektor besteht Reformbedarf

Reformbedarf hat Reinhardt zuvorderst im stationären Sektor ausgemacht. Unter den derzeit herrschenden Bedingungen „ruinösen Wettbewerbs zwischen den Krankenhäusern“ sei die Arbeit für den Nachwuchs dort nicht attraktiv. Die BÄK plädiert deshalb für weitreichende Reformen in der Krankenhausvergütung und schlägt einen „nationalen Krankenhausgipfel“ als Begleitgremium vor. Am Ende könnte so etwa ein „Mix aus pauschalierten Vergütungskomponenten zur Deckung von fallzahlunabhängigen Vorhaltekosten, einem fallzahlabhängigen Vergütungsanteil sowie einem Budget zur Strukturqualität“ entstehen. Die bestehende Krankenhausstruktur will die BÄK derweil in ein „funktional und nach einheitlichen Kriterien abgestuftes, subsidiär strukturiertes Netz einander ergänzender Kliniken“ überführen.

Arbeitsbedingungen attraktiver gestalten

Attraktivere Arbeitsbedingungen verlangt die BÄK auch für ambulant Tätige. Sie will die „Chancengleichheit zulassungswilliger junger Ärztinnen und Ärzte bei der Nachbesetzung ausgeschriebener Vertragsarztsitze“ fördern und setzt sich für eine fortschreitende Entbudgetierung ärztlicher Leistungen ein.

Nicht zuletzt ist die Bundesärztekammer gewillt, auch ihre eigene Rolle zu stärken. In dem Zwölf-Punkte-Papier fordert sie Stimm- und Antragsrecht im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA). Reinhardt begründet dies damit, dass die BÄK als einzige Institution die Ärzteschaft vertrete.

Klimawandel steht auch auf der Agenda

Ebenfalls im Forderungskatalog berücksichtigt und zudem ganz oben auf der Agenda des diesjährigen Ärztetages: der Klimawandel und seine gesundheitlichen Auswirkungen. Ursprünglich sollte das Thema bereits im vergangenen Jahr beim 123. Ärztetag behandelt werden. In diesem Jahr sind unter anderem Vorträge renommierter Expertinnen und Experten vorgesehen. Reinhardt setzt schon mal den Ton: „Die Ärzteschaft hat eine Vorbildfunktion.“

Das Zwölf-Punkte-Papier finden Interessierte mit einem Klick hierauf.