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Künstliche Hüfte oder Knie Präoperativ planen in 3D?

Die Entwicklung von 3D-Software für die präoperative Planung von modernen Hüft- und Knieendoprothesen begann erst vor wenigen Jahren. Daher kommt es vor, dass u.a. Klinikmitarbeiter die neue Technik anzweifeln. Um Skeptikern den Wind aus den Segeln zu nehmen, räumt der Medizintechnikhersteller Modicas auf einem eigenen Blog mit den häufigsten Vorurteilen auf.

Themenseite: Medizintechnik

Die dreidimensionale Planung ist schwierig zu lernen, die Strahlenbelastung durch CT-Aufnahmen ist zu hoch und es sind nur wenige Implantatscheiben verfügbar – Vorbehalte gegen die präoperative 3D-Planung von Knie- und Hüftendoprothesen gibt es viele. Dass die Entwicklung von 3D-Software nicht mehr in den Kinderschuhen steckt und eine Investition sich durchaus lohnt, will der Softwareentwickler Modicas auf einem eigenen Weblog zeigen.

Erfahrungsberichte, Patienteninformationen & Co.

Wann und wie fing es an mit dem künstlichen Gelenkersatz? Wo lagen die Herausforderungen damals, wo liegen sie heute? Und was passiert eigentlich vor, während und nach einer Operation? Fragen wie diese beantwortet Modicas ausführlich, der Fokus des Blogs liegt dabei auf der Software „Modicas 3D“. Das Unternehmen bietet die dreidimensionale Planung auf Grundlage von CT-Aufnahmen seit 2016 an. Die Technik ist mittlerweile u.a. in Krankenhäusern in Berlin, Potsdam oder Hannover angekommen. Auch in anderen Häusern soll sie statt der bis dato üblichen 2D-Planung mithilfe von Röntgenbildern zum Standard werden.

„Wir wollen die 3D-Planung noch bekannter machen“, erzählt Cathleen Runge, Qualitätsmanagerin und Co-Autorin des Blogs. Indem die Vorteile der neuen Methode klar kommuniziert werden, soll außerdem ein Umdenken bei Geschäftsführern und Entscheidern erreicht werden. Für Karl Kapp, Geschäftsführer von Modicas, sind die Vorzüge der 3D-Planung eindeutig: „Mit CTs kann ich die Genauigkeit vergrößern, ich habe die Anatomien wesentlich detaillierter vor Augen und kann dadurch patientenspezifische Implantate aussuchen und planen. Das lohnt sich v.a. für komplizierte Fälle, bei denen eine Standardversorgung nicht mehr möglich ist.“

Hüft- und Knieendoprothesen: Planen mit 3D

Wie funktioniert die präoperative 3D-Planung?

Mit der 3D-Lösung ist es laut Kapp möglich, Hüft-TEPs vollständig in 3D planen. Anhand unterschiedlicher Schnittebenen sowie einem 3D-Knochenmodell von Patienten können  Implantatposition und -größe präzise simuliert werden. Ein Planungsreport  mit allen wesentlichen Ansichten sowie hilfreichen anatomischen Parametern unterstützt anschließend bei der intraoperativen Umsetzung.

Die Software führt die Orthopäden und Chirurgen also Schritt für Schritt durch den Prozess. „Wir machen sozusagen Vorschläge, welches Implantat von der Größe her passt und wo es in der Anatomie am besten platziert werden sollte. Der Chirurg müsse lediglich nachjustieren bzw. überprüfen, ob er mit der präoperativen Auswertung zufrieden ist“, betont Runge. Innerhalb von fünf Minuten würden die CT-Schnitte so vorkonstruiert, dass ein gutes Planungsergebnis entstehe.  

Gleichzeitig bleibe mit "Modicas 3D" die Option bestehen, wie gewohnt mittels Röntgenaufnahmen zu planen.

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