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Prämienausschüttungen ziehen GKV-Finanzen ins Minus

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) hat ihre Finanzen nahezu stabilisiert. Ein Minus gibt es v.a. wegen Prämienzahlungen und freiwilligen Leistungen der Krankenkassen. Das zeigen aktuelle Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums (BMG).

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In den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres weisen die Krankenkassen ein Defizit von 763 Millionen Euro auf. Einnahmen in Höhe von rund 152,6 Milliarden Euro standen nach den vorläufigen Finanzergebnissen Ausgaben von rund 153,3 Milliarden Euro gegenüber. Die Differenz geht zu einem Großteil auf Prämienzahlungen an Krankenkassenmitglieder (553 Millionen Euro) sowie Aufwendungen für freiwillige Satzungsleistungen (197 Millionen Euro) zurück. Ohne diese Faktoren ergibt sich für die GKV ein nahezu ausgeglichenes Finanzergebnis.

Die Leistungsausgaben der GKV sind den Zahlen zufolge zwischen Januar und September um 5,1 Prozent pro Kopf gestiegen. Der Schätzerkreis war von 5,0 Prozent ausgegangen. Beigetragen zu den Zuwächsen haben v.a. Mehrkosten für Arzneimittel (+ 9,3 Prozent). Als Grund gibt das BMG u.a. an, dass der erhöhte Herstellerrabatt für patentgeschützte Arzneimittel von 16 Prozent ausgelaufen ist. Darüber hinaus hätten die Ausgaben für ein neu zugelassenes Arzneimittel zur Behandlung der Hepatitis C im laufenden Jahr mit rund 300 Millionen Euro zu Buche geschlagen.

In der vertragsärztlichen Vergütung stiegen die Ausgaben je Versicherten um 3,6 Prozent, bei der zahnärztlichen Behandlung und Zahnersatz sind es 3,8 bzw. 2,0 Prozent. Die Ausgaben für Krankenhausbehandlung stiegen um 3,9 Prozent. Der Anstieg ist zu einem Teil auf die vom Gesetzgeber im Laufe des vergangenen Jahres eingeführten Finanzhilfen zurückzuführen. Insgesamt erhielten die Krankenhäuser allein in den Monaten Januar bis September 2014 rund 2,2 Milliarden Euro mehr von den Krankenkassen als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Als positiv beurteilt das Ministerium den Anstieg der Ausgaben für die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (+ 35,3 Prozent). Die Zuschüsse für Hospize wuchsen um 11,4 Prozent.

Die Rücklagen der GKV liegen derzeit bei 16 Milliarden Euro. Die Finanzsituation der gesetzlichen Krankenkassen sei "unverändert stabil", betont Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). Für das kommende Jahr geht er von stabilen Beitragssätzen aus.

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