Entscheiderfabrik Pönalen oder besser Belobigungen?

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Die Verantwortlichen für die Krankenhausentgelte bestimmen KPIs (Key Performance Indicators), um zu messen, wie gut jedes Haus digitalisiert hat. Es droht ein „Punkt- bzw. Erlösabzug“.

Erschienen in HCM-Ausgabe 07/2021. Seite 9

Pierre Meier
Dr. Pierre-Michael Meier, CHCIO, Entscheiderfabrik. – © Entscheiderfabrik

Die Verantwortlichen für die Krankenhausentgelte – die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und der Spitzenverband der Krankenkassen – bestimmen KPIs, um zu messen, wie gut jedes Haus digitalisiert hat. Es droht „Punkt- bzw. Erlösabzug (Pönalen von maximal zwei Prozent)“.

Aufgrund der umfangreichen und komplexen Aufgaben für die Health-IT in den Krankenhäusern und auf Seiten der Auditierung, der Beratung und der Industrie sollte die sachliche Grundlage für die Festlegung der KHZG-Pönalen für den ab dem Jahr 2025 drohenden Erlösabzug frühzeitig definiert werden, um die Kliniken in die Lage zu versetzen, Risiken steuern zu können, d.h. zur Erreichung der KPIs in den Fördertatbeständen § 19 (1), Nr. 2–6 bzw. der Muss Kriterien der dazugehörigen Förderrichtlinie.

Eine prospektive Risikosteuerung mit einem Planungshorizont von 36 Monaten unter Berücksichtigung von Unsicherheiten wie den o.g. Aufgaben der Health-IT wäre für die Steuerung und Entscheidungsfindung über Optionen sinnvoll. Das klingt nicht nur, als wäre es sehr aufwändig. Mit den Bundestagswahlenverband jede Partei eine Art von „Change“. Dabei wäre für die Kliniken in der digitalen Transformation der richtige „Change“, wenn man aufhören würde, anzukündigen, Kliniken zu bestrafen, die nicht schnell und gut genug die Muss-Kriterien der Förderrichtlinie zu den Fördertatbeständen § 19 (1), Nr. 2–6 erfüllen. Besser wäre es, damit zu beginnen, die Kliniken zu belobigen und zu belohnen, die in der angegebenen Zeit die Kriterien der Förderrichtlinie zu den Fördertatbeständen erfüllen.

Dies nicht nur darum, weil es ein positives Signal wäre, also ein positiver „Change“, sondern auch, weil mit mehr als 25 Prozent höheren IT Betriebskosten gerechnet werden muss und die Kosten für die Dekonstruktion der Geschäftsprozesse innerhalb der Pflege als auch in der Interaktion zwischen Pflege, Medizinischem Dienst (MD) und den Patientinnen und Patienten noch gar nicht bemessen werden können.

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Dr. Pierre-Michael Meier, CHCIO, Entscheiderfabrik, pierre-michael.meier@guig.org