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Deutscher Hauswirtschaftsrat Pflegeversicherung vs. hauswirtschaftliche Leistungen

Mit dem aktuellen Zuschnitt der Pflegeversicherung können die Leistungen, die Menschen mit einem Pflegebedarf und ihre Angehörigen haben, nicht erbracht werden. Das geht aus einer aktuellen Stellungnahme des Deutschen Hauswirtschaftsrates hervor. Hauswirtschaftliche Leistungen werden demnach im ambulanten Bereich nicht angemessen vergütet.

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Die Präsidentin des Deutschen Hauswirtschaftsrates Dorothea Simpfendörfer erklärt dazu: „Wir verfolgenden die Nachrichten aus den Koalitionsverhandlungen mit großem Interesse. Das Thema Pflege in den Mittelpunkt zu stellen, war ein wichtiger und richtiger Schritt. Verbesserungen in der pflegerischen Versorgung müssen v.a. die Bedarfe der Betroffenen in den Blick nehmen. Und dies sind pflegebedürftige Menschen mit ihren Angehörigen – und es sind die Mitarbeiter.“

Haushaltsnahe Dienste oft Selbstzahlerleistung

Neben pflegerischen Leistungen werden hauswirtschaftliche Leistungen benötigt, um das Leben zu Hause zu unterstützen. Dazu besteht Korrekturbedarf in der Pflegeversicherung. Im ambulanten Bereich ist es wichtig, die Angebote zur Unterstützung im Alltag zu überarbeiten. Es stehen viele hauswirtschaftliche Dienstleistungsbetriebe bereit, um Menschen in ihren privaten Haushalten ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Doch mit den aktuellen Regelungen seien für diese Dienste viele Hürden aufgebaut, um Leistungen mit der Pflegeversicherung abrechnen zu können. Damit werden haushaltsnahe Dienstleistungen oftmals zu Selbstzahlerleistungen. Laut dem Deutschen Hauswirtschaftsrates müssen größere Anstrengungen unternommen werden, die Schwarzarbeit für haushaltsnahe Dienstleistungen einzudämmen. Gerade, wenn Haushaltshilfen privat beschäftigt werden, seien sie häufig nicht bei der Sozialversicherung angemeldet und hätten somit keine Möglichkeit einen eigenen Rentenanspruch aufzubauen.

Bei allen Überlegungen zur Verbesserung der Pflege in den stationären Einrichtungen ist nach Ansicht des Hauswirtschafter in Deutschland wichtig, alle Professionen zu bedenken, die dafür sorgen, dass Menschen in Pflegeheimen versorgt sind. Dies seien neben den Pflegenden die Mitarbeiter in der Hauswirtschaft und in der Betreuung. Gerade im Bereich der Hauswirtschaft stecken Potenziale, die bislang viel zu wenig genutzt werden. In den neuen Konzepten der Haus- und Wohngemeinschaften werden die Mitarbeiter in der Alltagsbegleitung als angelernte Kräfte eingesetzt und bezahlt. Ohne ihre Leistungen seien die neuen Konzepte unwirksam. Bei allen Überlegungen zur Fachkraftquote sind die Leistungen der Hauswirtschaft mit einzubeziehen, fordert der Deutsche Hauswirtschaftsrat.

In der Hauswirtschaft liegen erste Konzeptbausteine zur Weiterentwicklung vor, die in die aktuellen Überlegungen eingebracht werden sollen. Der Deutsche Hauswirtschaftsrat erklärt, dass seine Vertreter als Gesprächspartner zur Weiterentwicklung der Pflege in Deutschland bereitstehen.

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