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Auszeichnung «Pfleger des Jahres» kommt aus Mainz

Zum dritten Mal würdigt die Initiative eines Privatunternehmens besondere Leistungen in der Pflege. Die 85-jährige Ordensschwester Liliane Juchli aus St. Gallen in der Schweiz wurde mit einem Sonderpreis für ihr Lebenswerk geehrt.

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Die von einem Unternehmen gestartete Initiative «Herz und Mut» hat einen Mitarbeiter der Mainzer Uniklinik als «Pfleger des Jahres» ausgezeichnet. Der 24-jährige Marcel Becker habe es mit Verbesserungen von Abläufen erreicht, «den Patienten den Klinikaufenthalt trotz funktionalisierter Abläufe so angenehm und reibungslos (zu) gestalten wie möglich», heißt es in der «Gewinner-Geschichte». Initiator und Sponsor des mit 5.000 Euro dotierten Preises ist das Unternehmen Jobtour medical aus Baden-Baden.

Der mit 3.000 Euro dotierte zweite Platz ging an die Palliativpflegekraft Katrin Jäger in Frankfurt/Oder. Dritte wurde die Gesundheits- und Krankenpflegerin Lisa Conrad aus Homburg im Saarland. Mit einem Sonderpreis für das Lebenswerk wurde die 85-jährige Ordensschwester Liliane Juchli aus St. Gallen in der Schweiz gewürdigt. Für die zum dritten Mal vergebene Auszeichnung gingen nach Angaben der Initiatoren mehr als 1.000 Nominierungen ein.

Höhere Wertschätzung zum Ziel

Ziel der Auszeichnung und der Initiative «Herz und Mut» sei eine höhere Wertschätzung der Pflegekräfte, erklärte die Geschäftsführerin von Jobtour medical, Mirjam Rienth, vor der Preisverleihung am Samstagabend (11.05.2019) in Berlin - am Vorabend des internationalen Tages der Pflege, der an den Geburtstag der britischen Krankenschwester Florence Nightingale (1820-1910) erinnert. «In der Pflege arbeiten sehr viele hervorragend qualifizierte, hoch motivierte und empathische Menschen, die tagtäglich hervorragende Arbeit leisten und ihren Beruf als Berufung sehen.» Dieses Bild der Pflege müsse verstärkt in die Öffentlichkeit getragen werden.

Leistung wird zu wenig wahrgenommen

In der Öffentlichkeit werde die Leistung in der Pflege nach wie vor noch zu wenig wahrgenommen, sagte Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD). Deshalb sei es zu begrüßen, «wenn Aktionen wie diese auf den engagierten Einsatz unserer Pflegekräfte aufmerksam machen». Dass in diesem Jahr ein Mainzer mit dem Preis «Pfleger des Jahres» ausgezeichnet werde, freue sie als rheinland-pfälzische Sozialministerin ganz besonders.

Wichtiger als eine besondere Auszeichnung für einzelne in der Pflege wäre allerdings ein Plan zur Änderung der Rahmenbedingungen, sagt die Vizepräsidentin der Pflegekammer Rheinland-Pfalz, Sandra Postel. «Dieser Plan sollte möglichst mit den Pflegenden gemeinsam erarbeitet werden, das wäre wiederum echte Wertschätzung.» Die Einsatzbereitschaft der Kollegen dürfe nicht die Missstände in den Systemen kompensieren.

Postel forderte eine bedarfsgerechte Leistungsplanung und -vergütung, an der sich die Personaluntergrenze dann auch orientieren müsse. Es sei nicht sinnvoll, dass «wir uns weiterhin zum fremdbestimmten Spielball machen lassen und uns aus falscher Gutmütigkeit und hohem Verantwortungsbewusstsein überdurchschnittliche Leistungen zumuten».

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