Personal & Führung -

InPaK-Kolumne Pflegepersonaluntergrenzen

Die Erfahrungen der ersten Monate dieses Jahres im Klinikum Leverkusen zeigen, dass die Pflegepersonaluntergrenzen in den pflegesensitiven Bereichen einzuhalten sind.

Die INEK-Kalkulations­datensätze, die für die Pflege und Weiterentwicklung des DRG-Systems entwickelt wurden, führen zu einem sogenannten Pflegelastkatalog. Auch hier zeichnet sich bezogen auf die vorliegenden Daten ein Einhalten der Untergrenzen ab.

Im 1. Quartal 2019 bedurfte es zum einen einer Dienstplanung unter Beachtung der Mindestregelwerke, zum anderen der Möglichkeit, z.B. auf entsprechend qualifiziertes examiniertes Intensivpflegepersonal zugreifen zu können. Erstmals wird der tägliche Mindestpersonalbedarf über die Stationsbelegung des Mitternachtsbestandes gesteuert. Nach einer Planung der Soll-Arbeitszeiten bezogen auf eine 100-prozentige Auslastung der Intensivstation müssen die Ist-Arbeitszeiten im Arbeitszeitwirtschaftssystem gegen die tatsächliche Stationsbelegung gelegt werden. Dies erfolgt Tag für Tag, Schicht für Schicht. Alleine hieraus ergeben sich neue Anforderungen an die tägliche Steuerung. Diese kann nur mit einer entsprechenden Softwareunterstützung inklusive einer Schnittstellenanbindung an das KIS erfolgreich gestaltet werden.

Da diese Regelungen ab 2020 in allen Krankenhäusern zur Anwendung kommen sollen, ist zu beobachten, dass alle Häuser derzeit nach examinierten Pflegekräften suchen. Zudem werden ja die Personalaufwendungen durch das Gesetz zur Stärkung des Pflegepersonals refinanziert. Die Kreativität der Marketing- und Employer-Branding-Maßnahmen steigt und führt mittlerweile in einigen Bereichen zu Stilblüten des Systems. So werden z.B. in einigen Regionen Antrittsprämien über 10.000 Euro oder Personaldienstleistungen examinierter Intensivpflegekräfte mit einem Zuschlag von mehr als dem Vierfachen auf das tarifliche Entgelt angeboten.

Auch das Klinikum Leverkusen will das Personal im Pflegedienst aufstocken. Die Maßnahmen untergliedern sich in eine kurz- und mittelfristige Strategie. Durch verstärkte Präsenz in den Printmedien und einer Social-Media-Kampagne auf Basis der Personalstrategie gelingt derzeit ein kurzfristiger Personalaufbau. Durch die Förderung von Praktika zur Anerkennung ausländischer Pflegeausbildungen und der Erweiterung der Ausbildungsplätze in der Krankenpflegeschule des Klinikums wird der mittel- und langfristige Personalaufbau unterstützt. Diese Maßnahmen sind ein klares Bekenntnis zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Pflege im Klinikum Leverkusen.

Detlef Odendahl, Prokurist, Geschäftsbereich Recht & Personal, Klinische Funktionen Klinikum Leverkusen gGmbH, und Mitglied im Initiativkreis neue Personalarbeit in Krankenhäusern (InPaK), Kontakt: detlef.odendahl@klinikum-lev.de

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