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Pflegekammer auf den Weg gebracht

Schleswig-Holstein erhält als erstes Bundesland eine Pflegekammer. Damit wird eine langjährige Forderung der Pflegefachverbände und ein Versprechen aus dem Koalitionsvertrag erfüllt.

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Pflegekammer auf den Weg gebracht

"Eine notwendige und zukunftsorientierte Entscheidung für die Pflegeberufe und für die pflegerische Versorgung der Bevölkerung", so kommentiert Frank Vilsmeier, 1. Vorsitzender des Pflegerates, den Beschluss des Sozialausschusses. Der Pflegerat Schleswig-Holstein mit seinen Mitgliedsverbänden und allen damit verbundenen Pflegepersonen würden sich auf eine Selbstverwaltung der Pflegenden freuen, die mit der Gestaltung des beruflichen Handelns in Schleswig-Holstein und mit der Beteiligung an allen die Pflege betreffenden Entscheidungen endlich den Stellenwert erhält, den sie seit langem fordern. Das Gesundheitsministerium könne sicher sein, dass Pflegende ihre Zusammenarbeit immer mit dem Ziel einer guten pflegerischen Versorgung der Bevölkerung, kompetent, konstruktiv und lösungsorientiert gestalten.

Die Position der SPD

Birte Pauls, pflegepolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, erklärt: "Es geht darum, auf Augenhöhe zum Wohle der Patienten zu arbeiten. Diese Einrichtung wird die Profession Pflege gegenüber anderen medizinischen Heilberufen stärken und Selbstverwaltungsaufgaben wahrnehmen. Wir erwarten eine Weiterentwicklung der Pflege durch Sammlung aller pflegerelevanten, aber auch wissenschaftlicher Daten, aus denen dann Verbesserungen entwickelt werden können. Die Kammer wird die Interessen der Pflegeberufe durch bessere Einbindung und Zuarbeit bei pflegerelevanten Gesetzentwürfen und politischen Entscheidungen vertreten.

Wir sehen in der Pflegekammer keine Konkurrenz zu den Gewerkschaften, sondern eine hervorragende Ergänzung, um die Interessen und Ansprüche der Pflegenden, aber auch Sicherheit und Transparenz der Pflegebedürftigen zu gewährleisten.

Wir stehen vor großen Aufgaben, was die Sicherstellung von Pflege betrifft. Wir brauchen eine gemeinsame Ausbildung für Alten-, Kranken- und Gesundheitspflege, die für die Auszubildenden kostenlos ist, bis hin zum eigenständigen Studium. Insgesamt müssen wir bessere Rahmenbedingungen schaffen - mehr Pflege, weniger Dokumentation. Wer, wenn nicht die Pflegenden selber, könnten das am besten mitgestalten. Dafür ist die Pflegekammer da.

Wer jetzt noch meint, dass man die Pflege aus gesundheitspolitischen Beschlüssen heraushalten sollte, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Ich freue mich sehr, dass wir für die Pflege hier die richtigen Weichen gestellt haben."

Die Position der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

Die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Marret Bohn, lässt wissen: "Es ist soweit - die Einrichtung der Pflegekammer ist beschlossene Sache. Damit lösen wir ein Wahlversprechen ein und zeigen deutlich, wie wichtig uns das Thema Pflege ist.

Mit der Pflegekammer erhalten die Pflegenden eine eigene Stimme und werden zukünftig bei allen Entscheidungen mit einbezogen. Qualitätsstandards, Berufsordnung, Aus- und Weiterbildung - bei allen Fragen rund um die Pflege werden die Pflegenden zukünftig ihre Anliegen selbst vertreten können.

Die Pflegekammer ist ein wichtiger Schritt zu mehr Selbstbestimmung für die Pflege. Ich freue mich, dass wir sie auf den Weg gebracht haben."

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