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Studiengang zum Wintersemester 2020/2021 „Pflege & Digitalisierung“

In Japan ist es schon Realität. Pflege-Assistenzsysteme unterstützen die Pflegekräfte bei der täglichen Arbeit. Im Labor 205 der Technischen Universität Toyohashi wird seit Jahren an Assistenzrobotik geforscht. Ist das vielleicht die Rettung für unser Pflegesystem, in dem jetzt schon zehntausende Pflegekräfte fehlen?

Topic channels: DGFM und Digitalisierung

Untersuchungen in der Pflege zeigen die folgende Aufteilung der Zeit in der Pflege auf:

  • Rund ein Drittel wird für Bürokratie (beispielsweise Pflegedokumentation) aufgewendet,
  • ein Drittel für pflegenahe Tätigkeiten (beispielsweise Hol- und Bringdienste) genutzt und
  • nur rund ein Drittel bleibt für die eigentliche Pflege (beispielsweise Körperpflege).

Und hier muss es zunächst gar nicht darum gehen, die eigentliche Pflege mit Digitalisierung zu unterstützen. Bereits die ersten genannten zwei Drittel eignen sich, um mithilfe der Digitalisierung Ressourcen zu schonen und diese wiederum in der Pflege zu nutzen.

Veränderungen durch den digitalen Wandel

Der digitale Wandel macht auch vor der Pflegebranche nicht Halt und wird diese nachhaltig verändern. Dies betrifft Kostenträger wie Kranken- bzw. Pflegekassen und Leistungserbringer, aber v.a. die Patienten und Angehörigen, die durch digitale Lösungen eine aktive Rolle als souveräne Kunden einnehmen werden. Pflege findet aber auch im Bereich der Immobilienwirtschaft Eingang, bei der es um die Themen Smart Home bzw. Ambient Assisted Living (AAL) geht. In Deutschland wurden bereits vier Zentren durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gegründet, die sich mit der Digitalisierung in der Pflege beschäftigen werden, und es gibt auch zunehmend Angebote rund um die Aus- und Weiterbildung in der Pflege, die sich mit dem Thema Digitalisierung auseinandersetzen.

So finden E-Health und verwandte Fächer Berücksichtigung in den Curriula von Studiengängen im Bereich Pflege. Generell befindet sich die Pflege derzeit in einem Umbruch. Ab dem 1. Januar 2020 tritt größtenteils das neue Pflegeberufegesetz in Kraft, das die bisherigen getrennt geregelten Ausbildungen in der Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege und Altenpflege einer gemeinsamen generalistischen Ausbildung vereint. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Änderungen in der Pflegepraxis widerspiegeln werden.

Studiengang in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Essen

Einige Akteure gehen allerdings noch einen Schritt weiter. Die FOM-Hochschule bietet in enger Kooperation mit dem Universitäts­klinikum Essen den bundesweit einmaligen Studiengang „Pflege & ­Digitalisierung“ zum Winterse­mester 2020/2021 an. Das Smart Hospital der Universitätsmedizin Essen setzt bereits seit Jahren auf Entlastung der Mitarbeiter durch Digitalisierung. Dank digitaler Technologien werden Arbeitsabläufe und administrative Tätigkeiten verbessert, was letztlich zur Entlastung der Pflegekräfte führt. Durch Inhalte wie digitale klinische Prozesse, digitales Changemanagement und digitale Pflege sowie Informations­technologien werden die Studierenden auf die künftige Pflegepraxis vorbereitet. Damit wird die Digitalisierung in der Pflege sehr stark fokussiert und es bleibt abzuwarten, ob u.a. die Bürokratie deutlich reduziert werden kann, wodurch mehr Zeit für patientennahe Tätigkeiten bliebe. Ziel ist es, mehr Zeit für den Patienten zu haben. Es klingt im ersten Moment wie ein Widerspruch, doch es könnte ein Teil der Lösung des Problems des Fachkräftemangels werden.

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