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Kuratorium Deutsche Altershilfe Pflegende aus Drittstaaten: Neues Gütesiegel für faire Anwerbung

Das neue, freiwillige Gütesiegel "Faire Anwerbung Pflege Deutschland" soll künftig sicherstellen, dass die Einstellung von Pflegenden aus dem Ausland unter fairen, ethischen und transparenten Bedingungen erfolgt ist.

Topic channels: Fachkräftemangel und Healthcare global

In Deutschland sind derzeit etwa 40.000 Stellen in der Pflege nicht besetzt. Im Fokus einer Veranstaltung des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA) am 29. Juni stand die Frage, wie es fair und wertschätzend gelingen kann, internationale Pflegekräfte dafür zu gewinnen, dass sie gerne in Deutschland leben und arbeiten. Welche Hürden gibt es - und wie können diese abgebaut werden? Wie kann die Anwerbung vom Erstkontakt im Ausland bis zur Berufszulassung in Deutschland fair gestaltet werden? Diese Fragen greift das vom Bund geförderte Programm "Gewinnung von Pflegefachkräften aus Drittstaaten" auf. Die Veranstaltung Ende Juni hat eine erste Bilanz dieser Gemeinschaftsinitiative von Bundesgesundheitsministerium (BMG), Ländern und Fachkreisen vorgestellt.

Zentraler Diskussionspunkt waren die Standards für einen transparenten, fairen Prozess bei der Anwerbung. Dies soll künftig ein Gütesiegel festlegen, das das KDA in Zusammenarbeit mit Fachkreisen im Auftrag der Bundesregierung entwickelt hat und in Kürze herausgeben wird. Das Gütesiegel "Faire Anwerbung Pflege Deutschland" ist freiwillig und kann an selbstorganisiert international anwerbende Pflege- und Gesundheitseinrichtungen und Unternehmen der privaten Personalvermittlung erteilt werden.

Für das KDA ist die Beauftragung durch den Bundesgesetzgeber zur Herausgabe des Gütesiegels Ausdruck einer hohen Wertschätzung. "Wir freuen uns sehr, mit dieser wichtigen Aufgabe betraut zu sein und sehen uns auch in unserer Selbstverpflichtung zur Unabhängigkeit und Neutralität bestätigt", sagte Helmut Kneppe, Vorsitzender des Kuratoriums Deutsche Altershilfe.

Willkommenskultur und erfolgreiche Integration

Wichtige Diskussionspunkte waren auch die Voraussetzungen für das Gelingen einer fairen internationalen Anwerbung und zur Gestaltung einer Willkommenskultur und erfolgreichen Integration internationaler Pflegekräfte hier in Deutschland. Dazu hat das vom Bund geförderte "Deutsche Kompetenzzentrum für internationale Fachkräfte in den Gesundheits- und Pflegeberufen" (DKF) im Kuratorium Deutsche Altershilfe zentral einen "Werkzeugkoffer Willkommenskultur & Integration" zusammengestellt. "Die Erfahrungen, die wir im DKF gesammelt haben, zeigen, dass zwei Voraussetzungen ganz entscheidend zum Gelingen einer nachhaltigen Anwerbung beitragen können: die Regelung eines fairen Anwerbeverfahrens und die Schaffung einer Willkommenskultur in den Einrichtungen", fasste Helmut Kneppe zusammen.

Digitaler Austausch und hochkarätige Referenten

In verschiedenen digitalen Panels der Bilanzveranstaltung wurden von Expertinnen und Experten aus der Praxis Konzepte und Positionen zur Anwerbung von Pflegekräften aus Drittstaaten vorgestellt und Lösungsansätze mit den digital zugeschalteten Gästen diskutiert. Unter anderem sprachen zu dem Thema:

  • Sabine Weiss, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit
  • Isabell Halletz, Arbeitgeberverband Pflege (AGVP)
  • Dr. Gerald Gaß, Deutsche Krankenhaus Gesellschaft (DKG)
  • Sebastian Thieswald, Aspida GmbH
  • Jenny Wortha, Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Prof. Dr. Michael Sauer, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

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