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Agaplesion Personalausstattung vs. Pflegequalität: eine Stellungnahme

Das Gesundheitsunternehmen hat Stellung bezüglich der Frage „Mehr Qualität durch mehr Personal?“ bezogen und erklärt deutlich, dass man darauf keine allgemeingültige Antwort finden könne. Pauschale Vorgaben würden den Anforderungen in der Versorgung nicht gerecht werden.

Topic channels: Patientensicherheit und XPersonalentwicklung

Laut Agaplesion ist unbestritten, dass mehr Pflegepersonal zu einer höheren Pflegequalität führe. Wie dieses Mitarbeiterplus erreicht werden kann, könne man aber nicht einheitlich regeln – auch wenn es im Ausland, z.B. in den USA oder Australien, verschiedene Modelle der gesetzlichen Regulierung von Personalstandardes gebe. In einer ausführlichen Stellungnahme hat das Gesundheitsunternehmen nun seine Position zur Thematik dargelegt und dabei u.a. auf folgende Punkte hingewiesen:

  • „Agaplesion begrüßt jede Qualitätsverbesserung für Patienten und Entlastungsmöglichkeiten für Pflegende durch mehr Personal. Starre Schlüssel sehen wir – wie die meisten Experten – als schwierig umzusetzen an.
  • Der Grad der Arbeitsverdichtung entscheidet sich nicht allein an der Anzahl des Personals. Unbestritten sind der Einfluss der Patientenstruktur und der baulichen Gegebenheiten auf die Zahl des benötigten Personals. Die Art der Klinik bestimmt die Krankheitsbilder, die jeweils sehr unterschiedlichen Aufwand benötigen. Häufig hängt damit auch die Struktur der Patienten zusammen: Alter, Häufigkeit von demenziellen Erkrankungen, Fachbereich etc.
  • Zu Bedenken ist, dass pauschale Vorgaben nur sinnvoll sind, wenn sie auch umsetzbar sind. Viele Krankenhäuser haben heute schon Schwierigkeiten, alle Stellen zu besetzen, da nicht genügend Fachpersonal vorhanden ist. Konsequent zu Ende gedacht würde das bedeuten, dass Versorgungsangebote wegfallen würden, wenn es keine ausreichende Personalbesetzung gibt. Dies kann im Sinne der Patientenversorgung aber nicht sein.
  • Zusammen mit Vorgaben zur Personalbesetzung muss die Finanzierung zusätzlicher Kräfte sichergestellt werden. Dazu gehört auch der Ausgleich tarifbedingter Steigerungen, der in der Kalkulation der DRG in den vergangenen Jahren nicht ausreichend berücksichtigt wurde.
  • Ein bisher wenig diskutierter Aspekt ist die Straffung von Prozessen und die Erleichterung der Arbeit von Pflegenden und Ärzten, z. B. durch Digitalisierung. Während andere Industrien die steigende Arbeitsverdichtung durch moderne Arbeitsprozesse abfangen, müssen Gesundheitseinrichtungen hier noch ihr Potenzial heben.“
 

Was letzteren Punkt anbelangt, habe man bei Agaplesion bereits erste Schritte eingeleitet und wolle bis Ende des Jahres 2017 auf die mobile digitale Patientenakte umstellen.

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