EPatient Survey Patientinnen und Patienten digitalisieren ihre Gesundheitsversorgung jetzt selbst

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Digitalisierung

Der Digitalisierungszug nimmt Fahrt auf. Laut Dr. Alexander Schachinger, E-Health-Forscher, machen die jüngeren, urbanen Versicherten es vor und andere werden bald nachfolgen. Das sind die Ergebnisse des EPatient-Surveys II/2021.

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    Online-Konsultationen
    © EPatient Analytics
    Laut der Studie sinkt der Anteil an Personen mit Online-Konsultationen mit fremder Ärzteschaft mit dem Alter kontinuierlich.
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    E-Health-Anwendungen
    © EPatient Analytics
    Laut den Ergebnissen des EPatient-Surveys II/2021 vollzieht sich mit der Digitalisierung ein Paradigmenwechsel im Gesundheitssystem.

Der EPatient Survey der EPatient Analytics GmbH bereitet für Unternehmen auf dem Gesundheitsmarkt diese Detailanalysen seit 2010 strategierelevant auf.

Das sind die Resultate der größten unabhängigen Umfrage zum Thema „E-Health-Nutzer und digitale Patienten“ in Deutschland:
  • Nachfrage nach Online-Sprechstunden steigt weiter von elf auf 14 Prozent,
  • 15 von 100 Bürgerinnen und Bürgern scannen ihre Rezepte und schicken sie in fast der Hälfte aller Fälle an Online-Apotheken.
  • Und auch die Nutzung von Online-Kursen zu den Gesundheitsthemen Ernährung, Bewegung und Achtsamkeit sind von 18 Prozent auf inzwischen 29 Prozent der Befragten unerwartet stark gestiegen.

Mit der Digitalisierung vollzieht sich ein Paradigmenwechsel im Gesundheitssystem. Die eigene Ärzteschaft oder die Apotheke vor Ort sind nicht mehr primäre die Ansprechperson. Rund die Hälfte der ärztlichen Online-Konsultationen wird laut Schachinger, nicht vom eigenen Arzt oder Ärztin durchgeführt, sondern von einer dem Ratsuchenden fremden Person im ärztlichen Dienst neuer Marktanbieter. Fast jedes zweite, eingescannte Rezept geht an eine Versandapotheke. Und auch bei der sprunghaft gestiegenen Nutzung von Gesundheits-Apps haben sich die Bürgerinnen und Bürger nicht vorher mit ihrem Arzt verständigt. Sie entscheiden das selbst oder nehmen Angebote ihrer Arbeitgeber oder Versicherungen in Anspruch.

Junge urbane Milieus entziehen dem traditionellen Gesundheitssystem Ressourcen

  • Am Beispiel der Online-Sprechstunde zeigt sich, dass eher gebildete städtische Milieus, überwiegend unter 50 Jahre und eher gesund, die Online-Ärzteschaft inzwischen intensiver nutzen. Diese verabschieden sich damit aus den klassischen Empfehlungsstrukturen des Gesundheitssystems .
  • Der gleiche Nutzertrend scheint sich beim Rezepte-Scannen abzuzeichnen.
  • Die überwiegend jungen, gesunden Milieus nutzen die neue Online-Freiheit, keine lange Suche nach einem Termin bei der Ärzteschaft, keine lästigen Wartezeiten zur Terminvereinbarung und keine vertane Zeit im Wartezimmer.

Sie wachsen in eine Gesundheitswelt, in der Marken und nicht Personen Vertrauen generieren. Der Online-Trend im Gesundheitsbereich wird sich laut E-Health-Forscher Schachinger analog der Entwicklung in anderen Wirtschaftsbereichen weiter beschleunigen.

Mit 3.178 repräsentativ ausgewählten Befragten kann die seit elf Jahren regelmäßig, inzwischen halbjährlich durchgeführte Studie inzwischen auch milieubasiertes Nutzerverhalten für 13 marktrelevante E-Health-Anwendungen analysieren.

Krankenkassen zeigen, wie es geht

Dass das etablierte Gesundheitswesen nicht Verlierer sein muss, zeigt das Beispiel Krankenkassen. Mit 31 Prozent sind GKV/PKV Platz 1 der Empfehlungsgeber, vor Ärzteschaft und eigener Online-Suche für indikationsbezogene Online-Gesundheitskurse.

Überlassen Ärzteschaft und Apotheken dem Internet das Medikamenten-Management?

Digitale Versorgungsszenarien sind strategisch bisher unterschätzte Größen: Denn auch bei den Apps, welche die Einnahme, Therapietreue sowie Folgebestellungen für Medikamente anbieten ist die Eigenrecherche der Patienten und Patientinnen der Beschaffungskanal Nummer Eins – dreimal stärker ausgeprägt als der Empfehlungskanal Arzt sowie Ärztin. Ist das ein digitales Therapieversagen der Leistungserbringer, welche die digitale Wirklichkeit bisher erfolgreich ausblenden?

Digitalisierungsmoratorium steuert Ärzteschaft und Apotheken ins Abseits

Vor dem Hintergrund der ärztlichen Forderung nach einem Digitalisierungsmoratorium warnt der Gesundheitsforscher Dr. Alexander Schachinger „Moratorium is`nich“.

Eine wachsende Zahl von Versicherten, derzeit circa fünf bis sieben Millionen E-Health-Nutzende, sucht sich die medizinischen Versorgungsangebote selbst zusammen. Und über kurz oder lang werden die anderen Bevölkerungsgruppen nachziehen. Die organisierte Ärzte- und Apothekerschaft droht zu den gesundheitlichen Restversorgern der Nation zu werden.
Netflix und Prime Video haben das im TV-Markt vorgemacht. Derselbe Plattformeffekt greift jetzt auch im Gesundheitsmarkt .

Wachsende E-Health-Affinität in allen Nutzergruppen

Während bisher aufgrund der geringen Online-Nutzung nur pauschale Aussagen zu einzelnen Anwendungen möglich waren, können ab sofort differenzierte Nutzermilieus beschrieben und in Einzelanalysen für verschiedene Anwendungen und Akteure differenziert werden.

Mit einem Klick hierauf geht es zum EPatient Survey II/2021.