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«Nationale Demenz-Strategie» Patientenschützer kritisiert fehlende Hilfen für an Demenz Erkrankte

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz wirft der Politik vor, kein Konzept zur Verbesserung der Situation von an Demenz Erkrankten und ihren Angehörigen zu haben.

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«Leuchtturm-Projekt», «Allianz für Menschen mit Demenz» und «Nationale Demenz-Strategie» - seit unzähligen Jahren wird der gleiche Inhalt nur immer wieder neu verpackt», sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur.

Die Bundesregierung und verschiedene Partner aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft hatten am Mittwoch (23-09.2020) den Startschuss für die Umsetzung einer «Nationalen Demenzstrategie» gegeben. Vorgesehen sind Verbesserungen bei der Beratung, zusätzliche Unterstützung für Betroffene und Angehörige und mehr Forschung. 1,6 Millionen Menschen sind in Deutschland von Demenz betroffen.

Brysch kritisierte, bei den Patienten würden viel zu häufig Psychopharmaka falsch eingesetzt. «Das führt oft zu schweren Nebenwirkungen. Folgen sind vermehrte Stürze, Schlaganfälle oder Thrombosen.» Ebenso unterdrückten diese Medikamente Freude und Trauer.

Mit der aktuellen Zahl an Altenpflegekräften sei zudem eine demenzsensible Versorgung nicht möglich. Brysch erneuerte seine Forderung nach einem steuerfinanzierten Pflegezeitgeld für pflegende Angehörige - eine staatlich finanzierte Lohnersatzleistung ähnlich dem Elterngeld. Außerdem seien Krankenhäuser für Patienen, die an Demenz erkrankt sind, gefährliche Orte. «Deshalb benötigen diese Menschen die Garantie einer professionellen Begleitperson in den Kliniken.»

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz versteht sich als «Sprecherin der schwerstkranken, schwerstpflegebedürftigen und sterbenden Menschen».

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