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Fachhochschule Münster Patientenlifter im Test

Patientenlifter sollen Pflegekräfte im Berufsalltag entlasten. Trotzdem werden sie von ihnen nur selten eingesetzt. Die Fachhochschule Münster testete daher die Lifter hinsichtlich ihrer Benutzerfreundlichkeit.

„Wir haben das Feedback aus den Gesundheitseinrichtungen bekommen, dass die Anwenderakzeptanz von Patientenliftern seitens der Pflegekräfte nur sehr gering ist“, sagt Lorenz Müller, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Ergonomie und Medizintechnik (ZEM) an der Fachhochschule Münster. „Wir fragen uns, woran das liegt. Das führt uns weiter zu der Frage, wie gut oder schlecht die Lifter gestaltet sind.“

Für die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege  (BGW) hat Müller deshalb zusammen mit seiner Kollegin Elisabeth Ibenthal und der Masterstudentin Saskia Sobkowicz einen Usability-Test durchgeführt. Dabei probierten 40 Pflegekräfte aus dem Münsterland zwölf verschiedene Patientenlifter aus. Das Ziel war es, Gesundheitseinrichtungen einen Überblick über die Gestaltung aktueller Patientenlifter zu geben. Diese Informationen wären eine gute Basis, um ergonomisch gestaltete Medizinprodukte in die Einrichtungen zu holen, die die Pflegekräfte auch wirklich verwenden.Jede Pflegekraft testete drei Lifter mit je drei verschiedenen Szenarien:

  • Erstens den Transport vom Bett in den Rollstuhl
  • zweitens vom Rollstuhl auf die Toilette und
  • drittens vom Boden, z.B. nach einem Sturz, zurück ins Bett.

Getestet wurde mit einem Patientendummy mit 47 Kilogramm realverteiltem Gewicht. „Der Dummy ist für jeden Menschen gleich zu handhaben. Das war wichtig, um unsere Ergebnisse vergleichen zu können“, erklärt Müller.

Die Pflegekräfte wurden dabei beobachtet, wie sie 14 Handlungsschritte pro Szenario absolviert haben, wie:

  • Bremsen lösen,
  • Tücher einhängen,
  • den Lifter hochfahren.

Am Ende wurde bewertet, wie effektiv die Probanden diese Schritte ausführen konnten. Anschließend wurden die Handlungsschritte anhand eines Punktesystems bewertet.

  • Einen Punkt bekam der Handlungsschritt, wenn die Umsetzung ohne Probleme und intuitiv funktionierte.
  • Zwei Punkte gab es, wenn die Pflegekräfte in die Bedienungsanleitungen geschaut oder einen Bedienfehler selbstständig korrigiert haben.
  • Drei Punkte wurden vergeben, wenn es einen nicht korrigierten Bedienfehler gab oder die Hochschulvertreter helfend eingreifen mussten.

Daraus errechnete das Team die prozentuale Erfolgsrate. „Es gab Unterschiede in der Gestaltung der Lifter, aber es war auffällig, dass viele Pflegekräfte Probleme damit hatten, die Tücher einzuhängen. Bei einem Patientenlifter klappe das nur in zwei Dritteln der Fälle.“

Neben der systematischen Erhebung zur Effektivität wurde ein Fragebogen zum subjektiven Empfinden beim Umgang mit dem jeweiligen Lifter verteilt. Damit konnte die Anwenderakzeptanz je Lifter verallgemeinert werden. Außerdem konnten so Daten über verschiedenste Faktoren, die die Pflegekräfte beim Einsatz stören, gesammelt werden. „Einige betonen, dass sich der Lifter in die natürlichen Arbeitsabläufe integriert, und sie finden es gut, wenn sich die Breiteinstellung der Füße elektrisch und nicht mechanisch ändern lässt. Die verschiedenen Hakentypen, an denen man die Tücher befestigt, kommen auch ganz unterschiedlich an“, erläutert Müller. Ein häufiger Kritikpunkt sei die Tuchgestaltung. Viele Pflegekräfte gaben an, dass die Tücher nicht sicher oder zu aufwendig in der Reinigung seien.

Die Ergebnisse

Die Erfolgsrate beim Einsatz der Lifter lag zwischen 88 und 95 Prozent während die Anwenderakzeptanz stark schwankte (zwischen 49 und 86 von 100 Punkten). In Kombination geben die Werte Auskunft über die Patientenlifter-Usability.

Die Ergebnisse werden noch von der BGW veröffentlicht und im September beim BGW Forum in Hamburg vorgestellt.

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