Patient-Reported Outcome Measures (PROMs)

PROMs sind Messinstrumente, die auf einer Selbstbeurteilung des Gesundheitszustands durch Patientinnen und Patienten basieren. Mithilfe standardisierter Einzelfragen werden gesundheitsbezogene Parameter beim Erkrankten erfasst, was eine systematische Patientenorientierung in Forschung und Praxis ermöglicht.

PROMs
Einsatz von PROMs zur Beurteilung von Behandlungsergebnissen im Vorher-Nachher-Vergleich. – © Quelle: Florian Brandt

1. Synonyme:

Gelegentlich wird der Begriff „Patientenfragebogen“ synonym verwendet. Genau genommen stellen PROMs jedoch eine Untergruppe von Patientenfragebögen dar, die speziell auf eine Erfassung des wahrgenommenen eigenen Gesundheitszustands, nicht jedoch auf eine Erfassung der Wahrnehmung hinsichtlich externer Faktoren, z.B. Zufriedenheit mit einer Behandlung, abzielen.

2. Kurzhistorie:

In der Forschung sind PROMs längst etabliert, während sie in der Versorgungspraxis bislang nur vereinzelt eingesetzt werden. Da sich digitale Anwendungen ideal als Trägermedium von PROMs eignen, befördert die Digitalisierung jedoch deren zunehmende Integration in den praktischen Versorgungsalltag.

3. Ziel:

Mithilfe einiger Einzelfragen (Items) erfassen PROMs die Perspektive der befragten Patientinnen und Patienten im Hinblick auf bestimmte Krankheitssymptome, den funktionellen Status körperlicher Mechanismen oder die gesundheitsbezogene Lebensqualität und ermöglichen, in der Regel über die Bildung eines Index, eine standardisierte Bewertung von Behandlungsergebnis oder Krankheitsverlauf. Der Vorteil gegenüber anderen Messinstrumenten besteht insbesondere im vergleichsweise geringen Anwendungsaufwand. Insgesamt wird mithilfe von PROMs die Wahrnehmung der Patienten und Patientinnen explizit berücksichtigt und dadurch die Patientenorientierung im jeweiligen Einsatzgebiet erhöht.

4. Wesentliche Merkmale:

Grundsätzlich wird zwischen generischen und krankheitsspezifischen PROMs unterschieden. Bekannte generische PROMs sind z. B. der SF-36 oder der EQ-5D zur Erfassung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Im Rahmen von Wirksamkeitsstudien oder beim Monitoring liefern krankheitsspezifische PROMs jedoch genauere Ergebnisse, da sie auf diejenige Erkrankung fokussieren, auf die auch die Studie bzw. das Monitoring gerichtet ist. Hierbei sollten nur sprachlich und inhaltlich evaluierte PROMs eingesetzt werden. Hinweise auf entsprechende PROMs finden sich z.B. im Diagnostik-Abschnitt der jeweiligen medizinischen Leitlinie.

5. Wesentliche Einsatzgebiete:

In der Gesundheitsforschung werden PROMs bereits regelmäßig genutzt, z.B. zur Messung der Wirksamkeit neuer Therapieverfahren in klinischen Studien. Aber auch in der Versorgungspraxis kann der Einsatz von PROMs sinnvoll sein und wird zunehmend diskutiert. Beispielsweise können PROMs Ärzte und Ärztinnen bei der Anamnese und Diagnosestellung unterstützen oder beim frühzeitigen Aufdecken therapiebedingter Probleme helfen (Monitoring) und so die Versorgungsqualität verbessern (z.B. durch Vermeidung von Risiken oder eine Optimierung der Arzt-Patienten-Kommunikation). Perspektivisch ist zudem eine Verwendung im Rahmen performancebasierter Vergütungsansätze denkbar.

6. Unterscheidung von ähnlichen Begriffen:

Abzugrenzen sind Patient-Reported Experience Measures (PREMs), die eine patientenseitige Beurteilung von Strukturen und Prozessen im Gesundheitswesen zum Gegenstand haben und u.a. im Qualitätsmanagement einer Arztpraxis oder Klinik zum Einsatz kommen. Ferner sind Clinician-Reported Experience Measures (CROMs) zu unterscheiden, die auf einer Beurteilung gesundheitsbezogener Parameter durch den Behandelnden basieren.

Florian Brandt
Florian Brandt, Health Innovation Manager bei der IKK Südwest. – © privat

Autor:

Florian Brandt, M.Sc.

Health Innovation Manager

IKK Südwest

florian.brandt@ikk-sw.de

Brandt F. (2022) Definition Patient-Reported Outcome Measures (PROMs). In: Matusiewicz D. Kusch C. (Hrsg.) Digital Health Lexikon, Health&Care Management, URL: hcm-magazin.de, Holzmann Medien, 2022.