Politik -

Parlamentarische Initiative zu ärztlich assistiertem Suizid

Ein Eckpunktepapier zum Thema Sterbehilfe haben sechs Bundestagsabgeordnete aus SPD, CDU und CSU vorgestellt. "Wir wollen eine Regelung im Bürgerlichen Gesetzbuch, die es Ärzten auf freiwilliger Basis erlaubt, sterbenskranken Menschen zu helfen, selbst aus dem Leben zu scheiden", bringt Peter Hintze (CDU) das Anliegen der Parlamentarier auf den Punkt.

Themenseite: Assistierter Suizid

Zu einem menschenwürdigen Leben gehöre auch ein menschenwürdiges Sterben, so Hintze weiter. Ein sterbender Mensch müsse selbst bestimmen, was er noch ertragen könne. Den Abgeordneten geht es darum, das Selbstbestimmungsrecht der Patienten zu stärken und Rechtssicherheit für Ärzte herzustellen. Eine weitergehende Regulierung ärztlichen Handels mit den Mitteln des Strafrechts lehnen sie ausdrücklich ab. Es bestehe die Gefahr, dass sich Ärzte in diesem Fall vom Sterbenden abwenden würden, warnt Prof. Karl Lauterbach (SPD), einer der Verfasser des Eckpunktepapiers. Mediziner spielen seiner Auffassung nach eine wichtige Rolle bei der Suizidvermeidung. "Es ist keine Kassenleistung, sondern eine menschliche Leistung des Mediziners, nicht vermeidbare Suizide in einer Weise zu gestalten, dass die Menschenwürde bis zum Schluss gewährleistet ist", sagt der Gesundheitspolitiker. In dem Eckpunktepapier ist zu lesen, dass ein ärztlich assistierter Suizid nur in Fällen einer irreversibel zum Tode führenden Erkrankung und einer daraus resultierenden extremen Leidenssituation des Patienten in Betracht kommt. "Er scheidet aus bei psychischen Erkrankungen oder einem anderweitig verursachten Wunsch nach Beendigung des eigenen Lebens", heißt es weiter. Zuvor hat eine umfassende Beratung des Patienten bezüglich anderer, insbesondere palliativer Behandlungsmöglichkeiten stattzufinden, die Diagnose muss von einem anderen Arzt bestätigt werden (Vier-Augen-Prinzip).

Die Verfasser des Eckpunktepapiers sind: Peter Hintze (CDU), Dr. Carola Reimann, Prof. Karl Lauterbach, Burkhard Lischka (alle drei SPD), Katherina Reiche (CDU) und Dagmar Wöhrl (CSU).

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