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Asklepios Kliniken Papierkram statt Patientenversorgung

Der 25. Juli war Doctor's Docu Day. Er verdeutlicht die durch die Prüfungen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) explodierende Bürokratie bei Klinikärzten. Welche Auswirkungen das hat, zeigt nun eine Studie der Asklepios Kliniken.

Nach dem klinischen Dokumentationsreport 2015 der HIMSS Europe im Auftrag von Nuance Healthcare verbringen deutsche Klinikärzte 46 Prozent ihrer Arbeitszeit mit Bürokratie und Dokumentation. Umgerechnet auf das Jahr bedeutet dies, dass sie ab dem 25. Juli nicht mehr mit Patienten, sondern ausschließlich mit Papier arbeiten.

Auch Pflegekräfte haben ihren "Docu Day"

Pflegekräfte in Deutschland haben einen Monat länger Schonfrist: Für sie beginnt der "Docu Day" zwar erst am 22. August. Aber ab dann haben laut der Umfrage im Auftrag der Asklepios Kliniken auch für die Pflege Bürokratie, Dokumentierung und administrative Aufgaben Vorrang.

Die Onlinebefragung von 200 Klinikärzten von DocCheck ergab, dass 85 Prozent der Stationsärzte und rund 68 Prozent der leitenden Ärzte dadurch frustriert seien. Die Klinikärzte erleben die Bürokratie als Misstrauenskultur zu Lasten der Patienten (93 Prozent). Auch gaben 79 Prozent an, dass der Dokumentationsaufwand in den letzten fünf Jahren deutlich zugenommen habe.

Nicht erstattete Leistungen sind keine Einzelfälle

"Der Doctor's Docu Day verdeutlicht noch einmal die absurde Situation, wie sehr Bürokratie und Dokumentationsaufwand den deutschen Krankenhausalltag dominieren", erklärt Kai Hankeln, CEO der Asklepios Kliniken GmbH & Co. KGaA. "Dadurch, dass die Kostenträger mithilfe des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) immer mehr erbrachte Leistungen anzweifeln, hat dies zu einer Nachweispflicht geführt, unter der das Personal massiv leidet", so Hankeln weiter. Fast allen befragten Klinikärzten waren Fälle nicht erstatteter Leistungen der letzten zwölf Monate bekannt. 22 Prozent gaben an, dass dies in ihrer Klinik "oft" vorgekommen sei.

Belastung durch die Bürokratie nimmt zu

Die Kliniken in Deutschland sind wegen ihrer ökonomisch schwierigen Lage und der im internationalen Vergleich geringen Erlöse für die Fallpauschalen (DRG) auf die Kostenerstattung erbrachter Leistungen angewiesen. Dadurch steigt der Aufwand, dem MDK keinen Vorwand für Beanstandungen zu liefern. So sei laut Ansicht der befragten Ärzte in den vergangenen fünf Jahren

  • die Nachweispflicht um 89 Prozent,
  • die Bürokratie um 88 Prozent und
  • die Belastung durch Dokumentation sowie Administration um 86 Prozent gestiegen.

Ein knappes Drittel der Befragten gibt an, dass die Bürokratie mehr als die Hälfte ihrer Arbeitszeit beansprucht.

Die Ergebnisse der Studie sind auf der Webseite der Asklepios Kliniken nachzulesen.

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