Verpflegung -

„Leitfaden Ernährungstherapie in Klinik und Praxis (LEKuP)“ Orientierung geben

Im Dezember 2019 wurde der „Leitfaden Ernährungstherapie in Klinik und Praxis (LEKuP)“ veröffentlicht. Er ersetzt das Rationalisierungsschema aus dem Jahr 2004 und ist Orientierungshilfe für eine zeitgemäße ernährungsmedizinische Versorgung.

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Die Gesundheit des Menschen steht in engem Zusammenhang mit seiner Ernährung. Die Zahl ernährungsabhängiger Erkrankungen wie Adipositas oder Diabetes mellitus Typ 2 steigt in Deutschland. Zudem hat die Ernährung einen Einfluss auf Erkrankungen wie z.B. Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen oder auch Lebensmittelunverträglichkeiten. Darüber hinaus zeigt die aktuelle Auswertung der nutritionDay-Daten des 14. DGE-Ernährungsberichts, dass in Kliniken und Senioreneinrichtungen häufig eine Mangelernährung vorliegt (HCM 1-2/2020. Seite 57). Der Ernährungstherapie kommt daher bei der Behandlung von Krankheiten, der Verbesserung des Ernährungsstatus und dem Erhalt von Lebensqualität eine immer größere Bedeutung zu.

In diesem Zusammenhang wurde das bisher in Ernährungstherapie angewandte „Rationalisierungsschema“ von 2004 durch

  • die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und
  • die Deutsche Akademie für Ernährungsmedizin e.V. (DAEM), in enger Zusammenarbeit mit
  • der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin e.V. (DGEM),
  • dem Bundesverband Deutscher Ernährungsmediziner e.V. (BDEM),
  • der Deutschen Adipositas-Gesellschaft e.V. (DAG),
  • dem Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e.V. (VDD) sowie
  • dem BerufsVerband Oecotrophologie e.V. (VDOE)

grundlegend überarbeitet. Die Neufassung „Leitfaden Ernährungstherapie in Klinik und Praxis (LEKuP)“ wurde am 13. Dezember 2019 in der Fachzeitschrift „Aktuelle Ernährungsmedizin“ 2019; 44: 384-419 herausgegeben.

Der Leitfaden will Verantwortlichen in der Ernährungstherapie und in der Verpflegung von Patienten und Bewohnern, insbesondere Ernährungsfachkräften, Ärzten, Trägern von und Führungskräften in Kliniken und Pflegeheimen, Verantwortlichen in den Küchen, im Service, in der Therapie und in der Pflege eine Orientierungshilfe für eine zeitgemäße ernährungsmedizinische Versorgung an die Hand geben.

Die dem LEKuP zugrundeliegenden Empfehlungen für eine Vollkost basieren auf den D-A-C-H-Referenz­werten für die Nährstoffzufuhr und den lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen der DGE für Erwachsene. Damit entsprechen sie einer vollwertigen Ernährung und haben präventiven Charakter bezüglich verschiedener ernährungsabhängiger Krankheiten. Die Lebensmittelauswahl erfolgt in der Gemeinschaftsverpflegung gemäß den Kriterien der DGE-Qualitätsstandards für Krankenhäuser, Rehabilitationskliniken und Senioreneinrichtungen. Neben der Vollkost auf Basis der DGE-Empfehlungen sind auch eine ovo-lacto-vegetarische und eine mediterrane Ernährung als Vollkostformen eingeordnet.

Auf der Grundlage evidenzbasierter Leitlinien, die im Konsens mit den medizinischen Fachgesellschaften stehen, werden darüber hinaus spezifische Handlungsempfehlungen für die „Ernährungstherapie nach Indikationen“ bei verschiedenen Erkrankungen gegeben. Sie stellen die Prinzipien der Ernährungstherapie und deren praktische Umsetzung dar.

Der LEKuP soll als Vorlage dienen, aus der ein Kostformenkatalog für stationäre und ambulante medizinische Einrichtungen nach den lokalen Bedürfnissen abgeleitet werden kann. Kostenträgern im Gesundheitswesen soll er zudem eine Orientierung geben.

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