Studie Online-Befragung zu Patientinnen und Patienten mit extremistischer Einstellung

Die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (KJPP) des Universitätsklinikums Ulm (UKU) befragt Ärzteschaft sowie Psychotherapeuten und -therapeutinnen online nach deren Erfahrungen zum Umgang mit Patientinnen und Patienten mit extremistischer Einstellung. Die Umfrage ist jetzt online.

Online-Umfrage Extremismus Ärzteschaft Patienten
UKU startet Online-Umfrage zu extremistischer Einstellung bei Patienten und Patientinnen. – © Maksim M (stock.adobe.com)

Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeuten und -therapeutinnen haben während einer Behandlung oder Therapie immer wieder Kontakt zu Patientinnen und Patienten und Angehörigen, die eine extremistische Einstellung vertreten. „Viele Menschen fühlen sich beispielweise im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie von extremistischen Gruppen angesprochen“, sagt Dr. Thea Rau, Forschungsgruppenleiterin und Projektleiterin an der KJPP. Psychische Erkrankungen seien unter radikalisierten Personen nicht stärker vertreten, aber könnten in höherer Gewaltbereitschaft resultieren, wenn sie mit extremistischer Einstellung zusammentreffen.

Um Fachkräfte im Umgang mit diesen Patientinnen und Patienten besser unterstützen zu können, hat die KJPP nun ein neues Projekt ins Leben gerufen. Fachkräfte haben dabei die Möglichkeit, an einer deutschlandweiten Online-Befragung teilzunehmen. Dabei stehen ihre Erfahrungen mit Erkrankten mit extremistischer Einstellung und deren Angehörigen sowie der Schulungsbedarf zu diesem Thema im Fokus. Zur Umfrage: ww2.unipark.de/uc/BefragungExtremismus/

Angebote für medizinische Fachkräfte durch Umfrage-Ergebnisse

Die Ergebnisse der anonymen Befragung sollen die Grundlage bilden, um anschließend passgenaue Angebote für Fachkräfte in medizinischen Berufen zu gestalten. So soll etwa ein E-Learning-Programm entwickelt werden, das Fachkräfte im Umgang mit extremistischen Einstellungen von Erkrankten und Angehörigen weiterbildet und qualifiziert. „Unser Ziel ist es, mehr Sicherheit bei der Behandlung solcher Patientinnen und Patienten und im Umgang mit deren Angehörigen zu vermitteln. Darüber hinaus möchten wir Angehörige von Heilberufen noch besser in die Netzwerkarbeit einbinden“, erklärt PD Dr. Marc Allroggen, der zusammen mit Rau die Forschungsgruppe leitet. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und wird vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert.