Digitalisierung -

Aktuelle Umfrage Nutzung digitaler Gesundheitsanwendungen

Eine positive Folge der Corona-Pandemie: Die Offenheit der Bürger gegenüber digitalen Anwendungen steigt. Das zeigen die Ergebnisse einer bevölkerungsrepräsentativen Umfrage im Auftrag des E-Health-Unternehmens Doctolib.

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Doch während den Menschen der Mehrwert digitaler Angebote zunehmend bewusst wird, herrscht gleichzeitig große Unwissenheit darüber, welche Möglichkeiten bereits verfügbar sind.

Die Corona-Pandemie hat die Digitalisierung in Deutschland vielfach beschleunigt. Doctolib untersuchte, ob sich dies auch auf die Akzeptanz und den Kenntnisstand über digitale Gesundheitsangebote ausgewirkt hat. Dafür wurden im Mai 2020 insgesamt 1.026 Personen im Alter zwischen 18 und 75 Jahren befragt. Das Ergebnis: Mehr als zwei Drittel (67 Prozent) sagten, die Corona-Krise habe ihnen den Nutzen digitaler Lösungen für die Gesundheitsversorgung verdeutlicht.

Ältere Menschen schätzen den Nutzen digitaler Anwendungen besonders

Insbesondere die höheren Altersgruppen schätzen die digitalen Möglichkeiten: Unter den 65- bis 75-Jährigen erklärten 75 Prozent der Befragten, sie hätten den Nutzen digitaler Produkte erkannt. Insgesamt gaben 55 Prozent der Teilnehmer an, seit der Corona-Pandemie aufgeschlossener gegenüber digitalen Gesundheitsangeboten zu sein, als zuvor.

Wissen über digitale Angebote lückenhaft

Die Teilnehmer wurden auch nach ihrer Kenntnis über verschiedene digitale Anwendungen gefragt. Hier sollten sie auch angeben, welche der Anwendungen sie gern nutzen würden. Unter der Aufzählung waren neben bereits verfügbaren digitalen Produkten auch solche, die noch nicht bundesweit existieren. Die Ergebnisse zeigen: Über das Angebot herrscht noch viel Unwissenheit.

So glaubt nur gut die Hälfte (55 Prozent) der Befragten es gäbe die Möglichkeit, einen Arzt per Videosprechstunde zu konsultieren. Ebenso kennt nur etwas mehr als die die Hälfte (56 Prozent) der Teilnehmer den kassenärztlichen telefonischen Bereitschaftsdienst. Beide Dienste sind bundesweit verfügbar. Hingegen nehmen 34 Prozent an, dass Medikamente bereits per elektronischer Verordnung (E-Rezept) verschrieben werden könnten - dies ist jedoch nicht der Fall.

Über andere Produkte waren die Teilnehmer hingegen gut informiert: So wussten mehr als 61 Prozent von der Möglichkeit einer telefonischen Krankschreibung während der Corona-Pandemie. Fast zwei Drittel der Befragten (71 Prozent) waren sicher, dass es zum Zeitpunkt der Befragung noch keine App zur Nachverfolgung von Corona-Infektionen in Deutschland gab.

Während das Wissen über digitale Gesundheitsangebote Lücken aufweist, gehen die Befragten davon aus, gut informiert zu sein: 59 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, sich gut über digitale Gesundheitsanwendungen informiert zu fühlen.

Die Ergebnisse der Umfrage im Überblick

  • 67 Prozent der Befragten sind der Meinung, die Corona-Krise habe gezeigt, dass digitale Anwendungen in der medizinischen Versorgung von Nutzen sind.
  • 55 Prozent sind jetzt offener gegenüber digitalen Angeboten als vor der Corona-Pandemie.
  • 59 Prozent fühlen sich gut über digitale Angebote informiert.
  • 56 Prozent der Befragten kennen den kassenärztlichen telefonischen Bereitschaftsdienst (116117).
  • 81 Prozent derjenigen, die den kassenärztlichen telefonischen Bereitschaftsdienst (116117) nicht kannten, wünschten sich einen derartigen Service.
  • 61 Prozent wussten um die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung während der Corona-Pandemie.
  • 55 Prozent wussten von der Möglichkeit einer Videosprechstunde.
  • 51Prozent der Befragten wussten, dass man auf digitalem Weg einen Arzttermin vereinbaren kann.
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