Interview mit Martina Röder „Nur gesunde Pflegende können gesund pflegen!“

Zu guter Letzt spricht HCM mit bekannten Menschen aus der Gesundheitsbranche über persönliche Vorlieben, tiefere Einsichten und ausgefallene Wünsche. Dieses Mal stellt sich Martina Röder aus Ilfeld den 13 Fragen.

„Nur gesunde Pflegende können gesund pflegen!“

HCM: Wie sieht ein perfekter Tag für Sie aus?

Röder: Ein perfekter Tag zeichnet sich für mich aus, wenn ich geplante Ziele und hinzugekommene Herausforderungen gleichzeitig realisiere.

HCM: Was sollte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr jetzt schleunigst tun?

Röder: Er sollte die Pflegeversicherung weiterentwickeln und den Pflegebedürftigkeitsbegriff von Pflegestufe auf Bedarfsgrad umstellen. Zudem sollte er die interdisziplinären Versorgungsstrukturen neu justieren und dabei die Aufgaben so verteilen, dass sich pflegerische Versorgung an der Qualität orientiert. Schließlich sollte der Minister das dringende Berufsgesetz Pflege einbringen.

HCM: Ihre Lieblingsmedizin?

Röder: Yoga und Spaziergänge.

HCM: Mit wem würden Sie gern einmal einen Abend am Kaminfeuer verbringen?

Röder: Mit Angela Merkel, um mit ihr außerprotokollarisch die Situation und Perspektiven zur Versorgung alter, kranker und behinderter Menschen zu erörtern. Die Bundeskanzlerin liebt ja spätabendliche Sitzungen.

HCM: Woran mangelt es in gesundheitspolitischen Debatten immer wieder?

Röder: Es fehlt an Aufrichtigkeit gegenüber der Bevölkerung und der Verantwortung gegenüber der nächsten Generation. Das Denken in Legislaturperioden begrenzt innovative und zukunftsorientierte Entscheidungen.

HCM: Welche Errungenschaft schätzen Sie ganz besonders?

Röder: Gleichstellung, Wertschätzung und Teilhabe aller Menschen an der Gesellschaft, unabhängig von Religion, Kultur und Weltanschauung.

HCM: Ein Ereignis, das Sie verändert hat?

Röder: Die Geburt meiner Kinder.

HCM: Auf welchen Luxus möchten Sie nicht verzichten?

Röder: Darauf, dass ich meinen Tagesablauf selbst gestalten und dabei berufliche und familiäre Aufgaben und Herausforderungen berücksichtigen kann.

HCM: Worüber können Sie sich so richtig aufregen?

Röder: Gleichgültigkeit, Inkompetenz und Inkonsequenz.

HCM: Welche Haltung verdient Ihren großen Respekt?

Röder: Das Engagement für eine qualitätsorientierte pflegerische Versorgung hilfebedürftiger und behinderter Menschen und das Respektieren ihrer Würde und Einzigartigkeit.

HCM: Mens sana in corpore sano?

Röder: Nur gesunde Pflegende können gesund pflegen und dafür bedarf es präventiver Strukturen.

HCM: Ihre Prognose für das deutsche Gesundheitswesen?

Röder: Der bisherige Standard muss erhalten und unter medizinischen und pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen fortgeschrieben werden. Wir benötigen ein Versorgungssystem, das allen Bürgern Planungs- und Finanzierungssicherheit bietet und zusätzliche Möglichkeiten für den Einzelnen, sich persönlich abzusichern.

HCM: Was macht Sie glücklich?

Röder: Gesundheit für die Familie.

Die Fragen stellte Dr. Sabine Glöser,

Kontakt: redaktion-hcm@holzmann-medien.de

Martina Röder

  • Martina Röder ist Vorsitzende des Vorstandes des Deutschen Pflegeverbandes (DPV) e.V. Der Verband verfolgt u.a. das Ziel, die Pflege zu professionalisieren und deren Qualität durch Aus-, Fort- und Weiterbildung zu sichern. Martina Röder ist außerdem Mitglied im Deutschen Pflegerat und Geschäftsführerin der Seniorenpflegeeinrichtung Neanderklinik Harzwald GmbH in Ilfeld.
 

• Kontakt: info@dpv-online.de