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Schleswig-Holstein Notärzte fordern bessere Steuerung von Notfallpatienten

Überfüllte Notaufnahmen in den Krankenhäusern bringen Notärzte oft an den Rand ihrer Möglichkeiten. Bei einem Notfallsymposium diskutieren Notärzte und Notfallsanitäter mögliche Auswege aus dem Dilemma.

Die Arbeitsgemeinschaft in Norddeutschland tätiger Notärzte (AGNN) fordert ein besseres System zur Patientensteuerung in den Notaufnahmen der Kliniken. Ziel müsse ein System sein, bei dem ein kompetenter Ansprechpartner die Patienten in einer telefonischen Ersteinschätzung der richtigen Versorgungsebene zuweist, sagte der Vorsitzende der AGNN, Sebastian Wirtz, am Rande eines Notfallsymposiums in Lübeck-Travemünde. Dazu müsse jedoch die starre Kostentrennung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung gelockert werden, sagte Wirtz. «Die Patienten erwarten von uns im Notfall sofortige Hilfe und Versorgung durch Fachleute und sie suchen sich ihren Weg. Da kann man mit Verboten nicht viel ausrichten», sagte Wirtz. «Stattdessen müssen wir ein angemessenes Angebot für die Bedürfnisse der Patienten schaffen», sagte er.

Weitere Themen des Treffens sind nach Angaben der Veranstalter die Versorgung von Kindernotfällen und die Rolle des Rettungsdienstes in Terrorlagen. So soll ein Trainingskonzept vorgestellt werden, bei dem Einsatzkräfte mit Hilfe von Virtual-Reality-Brillen auf Großschadenslagen vorbereitet werden.

An dem dreitägigen Symposium nehmen rund 800 Notärzte und Notfallsanitäter aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Bremen teil. Insgesamt gehören der AGNN mehr als 2.000 Notfallmediziner aus diesen vier Bundesländern an.

Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Kaufmännischen Krankenkasse KKH vom Januar 2019 hat ergeben, dass mehr als jeder dritte Befragte trotz geöffneter Arztpraxis auch bei nicht lebensbedrohlichen Symptomen die Notaufnahme eines Krankenhauses ansteuern würde.

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