Die Kolumne von Eckhard Eyer Not macht erfinderisch

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Pflegemarkt

In seiner neuen Kolumne beschäftigt sich HCM-Kolumnist Eckhard Eyer mit der Weiterentwicklung des Vergütungssystems und blickt dabei auf eine Pflegeeinrichtung.

Dipl.-Ing. Eckhard Eyer, Perspektive Eyer Consulting in Ockenfels, Kontakt: info@eyer.de. – © Eckhard Eyer

Als Vergütungsberater ist man selten mehrmals in einem Unternehmen gefragt. Entweder das Vergütungssystem wurde erfolgreich gestaltet und umgesetzt, dann hält es eine Weile oder der Kunde ist unzufrieden und der Berater wird nicht wieder eingeladen. Im vorliegenden Fall wurde ich – nach einem Trägerwechsel – zur Weitereinwicklung des Vergütungssystem eingeladen.

Pflegeeinrichtung seit 35 Jahren etabliert in der Region

Das Pflegeheim wurde vor gut 35 Jahren von einem Ehepaar gegründet und schrittweise auf 80 Pflegeplätze ausgebaut. Die Rolle der Geschäftsführung und Heimleitung sowie die der Pflegedienstleitung teilte sich das Ehepaar. Das Heim erarbeitete sich einen guten Ruf in der Region und hatte immer eine lange Warteliste bezüglich der Aufnahme der Bewohnerinnen und Bewohner. Die Fluktuation der Mitarbeitenden war gering und der Krankenstand unterdurchschnittlich. Das Unternehmen hatte auch ein gutes Image als Arbeitgeber.

Tradiertes Vergütungssystem für die Mitarbeitenden

Das erarbeitete Vergütungssystem beruhte auf einem Grundgehalt, das Berufserfahrung in drei Stufen bis zu fünf Jahren berücksichtigte. Darüber hinaus erhielten die Mitarbeitenden eine Erfolgsbeteiligung aufgrund der Belegung der Einrichtung. Das Leitbild des Unternehmens ging davon aus, dass nur eine gute Versorgung und aktivierende Pflege der Bewohnerinnen und Bewohner zu einem guten Ruf bei Bewohnenden, Angehörigen, Ärzteschaft, Apothekerinnen und Apothekern, dem MDK und nicht zuletzt bei den Mitarbeitenden führt. Zeit für die Menschen zu haben war wichtig. Aufgrund der dadurch entstandenen Warteliste und einem zügigen Bewohnerwechsel erhielten die Mitarbeitenden jährlich einen attraktiven Erfolgsbonus.

Die Organisation eine Antwort auf die Marktbedingungen

Durch die Zusammenarbeit bekam ich einen guten Einblick in das Pflegeheim und seine neue Organisation. Die Arbeitsabläufe wurden umgestellt. Auf die vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen geprüften Kriterien, sowie die Pflegeplanung und Dokumentation, wurde ein besonderer Wert gelegt und eine eigene Stabsstelle dafür eingerichtet. Dadurch kann eine ordnungsgemäße Dokumentation trotz knapper Personalbemessung, eines aufgrund der Arbeitsbelastungen steigenden Krankenstandes und dem temporären Einsatz von externen Mitarbeitenden, gewährleistet werden.

Neustart mit Good Pay: Bezahlsysteme gemeinsam erarbeiten

Management und Mitarbeitervertretung erarbeiteten gemeinsam ein neues Leistungsentgeltsystem, ihr Good Pay, für die Einrichtung. An die Stelle der Erfolgsbeteiligung trat eine Zielvereinbarung. Die drei Ziele waren

Good Pay: Auf die faire Umsetzung kommt es an

Der Volksmund sagt „Not macht erfinderisch“. Der Träger hat seine Organisation und das Vergütungssystem auf die Prüfungen des MDK und die dabei angewandten Kriterien zugeschnitten. Alle Mitarbeiter arbeiten gemeinsam daran diese Standards einzuhalten, werden dafür belohnt und sorgen so dafür, dass der gute Ruf der Einrichtung erhalten bleibt.

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Eckhard Eyer, Perspektive Eyer Consulting, info@eyer.de