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München Klinik Bogenhausen Neues Zentrum für Speiseröhrenkrebs

Die München Klinik Bogenhausen wurde von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) als Speiseröhrenkrebszentrum ausgezeichnet. Damit ist sie das erste Exzellenzzentrum in München.

Im Jahr erkranken in Deutschland rund 5.200 Männer und 1.500 Frauen an Speiseröhrenkrebs. Obwohl er damit zu den seltenen Krebserkrankungen zählt, ist Speiseröhrenkrebs bei Männern die zehnthäufigste Todesursache unter den Krebserkrankungen. Insgesamt sterben laut der deutschen Krebsgesellschaft 5.300 Menschen jährlich an dieser Krebsart. Das entspricht mehr Toten als durch Verkehrsunfälle (3.300, Quelle: ADAC Unfallstatistik). Die hohe Sterblichkeitsrate, die sich in Deutschland annährend mit der Zahl der Neuerkrankungen deckt, ist v.a. darin begründet, dass der Krebs anfangs keine oder nur unspezifische Symptome hervorruft und oft erst spät erkannt wird. Zudem ist die Behandlung von Speiseröhrenkrebs komplex. Die München Klinik Bogenhausen ist auf die Erkrankung spezialisiert und wurde im August von der Deutsche Krankenhausgesellschaft e.V. ( DKG) nun als Speiseröhrenkrebszentrum ausgezeichnet.

Zertifiziert für alle Krebserkrankungen des Magen-Darm-Traktes

Im Rahmen der Zertifizierung wurde die Klinik im Mai von einem fachlichen Prüfungsausschuss im Auftrag der DKG besucht und im Rahmen eines Audits umfassend geprüft. Das Ergebnis: Die Klinik erfüllt in allen Bereichen die hohen Zertifikatsanforderungen. Sie ist damit das erste zertifizierte Speiseröhrenkrebszentrum in München. In ganz Deutschland gibt es aktuell nur 13 zertifizierte Zentren der DKG, davon drei in Bayern. Damit ist die München Klinik Bogenhausen, die bereits seit 2014 das Zertifikat „viszeralonkologisches Zentrum“ der DKG trägt, für alle Krebserkrankungen des Magen-Darm-Traktes zertifiziert. „Das ist ein großer Erfolg, zu dem alle Mitarbeitenden im ärztlichen, pflegerischen und therapeutischen Bereich gemeinsam beigetragen haben. Voraussetzung für das Zertifikat ist eine umfassende Expertise in der endoskopisch-interventionellen, medikamentösen, strahlentherapeutischen und chirurgischen Behandlung von Speiseröhrenkrebs. In Bogenhausen haben wir alles unter einem Dach“, freut sich Prof. Wolfgang Schepp, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie der München Klinik Bogenhausen.

Mehr junge Menschen erkranken an Speiseröhrenkrebs

Das Durchschnittsalter der Betroffenen liegt zwischen 60 und 70 Jahren. „Wir beobachten seit einigen Jahren auch eine Zunahme der Erkrankung bei jüngeren Patienten. Diese leiden oft an einem Adenokarzinom, das ist eine Form des Speiseröhrenkrebses, die dem Magenkrebs sehr ähnlich ist und direkt am Übergang zwischen Magen und Speiseröhre sitzt“, sagt Dr. Martin Fuchs, leitender Oberarzt der Klinik für Gastroenterologie und Leiter des Onkologischen Zentrums der München Klinik Bogenhausen. Risikofaktoren für Speiseröhrenkrebs sind neben der genetischen Veranlagung z.B. Übergewicht, Alkoholkonsum und Rauchen. Ein ungesunder Lebensstil ist damit eine der Hauptursachen für die steigende Zahl an Erkrankungen. Für das Adenokarzinom ist zudem eine chronische Refluxerkrankung, bei der den Betroffenen der Mageninhalt vermehrt in der Speiseröhre „sauer aufstößt“, Hauptrisikofaktor.

Konservative und chirurgische Behandlung auf höchstem Niveau

Im Münchener Speiseröhrenkrebszentrum arbeiten Experten aus der Gastroenterologie, der Allgemein- und Viszeralchirurgie fächerübergreifend zusammen und treffen gemeinsam individuelle Therapieentscheidungen für die Patienten. Wenn Speiseröhrenkrebs früh erkannt wird, kann er meist im Rahmen einer interventionellen Gastroskopie entfernt werden. Im späten Stadium wird der Tumor chirurgisch entfernt. „In Bogenhausen sind wir ein eingespieltes OP-Team und auf diese anspruchsvollen Operationsverfahren spezialisiert, die wir zudem ständig weiterentwickeln. Bald werden wir Tumoren am Magen und in der Speiseröhre in einem neuen hochmodernen Verfahren per robotergestützter Chirurgie entfernen können “, sagt Prof. Ayman Agha, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Da die Komplikationsraten in spezialisierten Zentren nachweislich niedriger sind, müssen Kliniken für die Behandlung von Magen- und Speiseröhrenkarzinomen ihre Expertise anhand von Fallzahlen nachweisen. Die München Klinik Bogenhausen erfülle diese Vorgaben seit Jahren in beiden Bereichen.

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