Gesundheit -

Schmerztherapie Neues Therapieangebot von AOK und Paracelsus-Klinik

Akuter oder chronischer Schmerz ist der häufigste Grund für Patienten, ärztlichen Rat einzuholen. Oft ist damit eine jahrelange Leidensgeschichte verbunden. Die AOK Bremen/Bremerhaven bietet ihren Versicherten jetzt eine spezielle Schmerztherapie in Kooperation mit der Paracelsus-Klinik Bremen an.

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Der neue Vertrag nach § 140a SGB V, an dem die Abteilung Schmerzmedizin von Dr. Hubertus Kayser und Eva Maria Hoffmann der Paracelsus-Klinik Bremen maßgeblich beteiligt ist, ermöglicht den AOK-Versicherten u.a. eine sogenannte "multimodale Schmerztherapie". Diese interdisziplinäre Behandlung vereint mehrere Berufsgruppen: neben Fachmedizinern für Anästhesiologie mit der Zusatzbezeichnung spezielle Schmerztherapie arbeiten Psychotherapierende, Physiotherapierende, Ergotherapierende, Orthopäden, neurochirurgisches Fachpersonal, Radiologen und Neurologen Hand in Hand. Zum Team gehören aber auch Kunst- und Theatertherapierende sowie sogenannte Pain Nurses, Algesiologische Fachassistenten und Sozialberatende.

Zurück ins Leben

Ziel der Schmerztherapie ist es laut Dr. Kayser, "die Patienten und Patientinnen ins Leben zurückzuholen". Mit gezielter Medikation, ausgewählten psycho- und physiotherapeutischen Methoden und Ergotherapie gelte es, eine Chronifizierung des Schmerzes zu durchbrechen oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Menschen mit chronischen Schmerzen rutschen häufig in eine sogenannte Schmerzkrankheit. Der Schmerz bestimmt zunehmend das Leben und es kommt zum sozialen Rückzug. Die Verbesserung der Lebensqualität im Alltag sowie das Erlernen eines besseren Umgangs mit den Schmerzen stehen im Mittelpunkt der Behandlung. Die multimodale Schmerztherapie sei für die Betroffenen auch ein Weg, endlich die eigene Selbständigkeit wieder zu erlangen – im Privat- und auch im Berufsleben. Allein in Bremen, so schätzt AOK-Vorsitzender Olaf Woggan, leiden etwa vierunddreißigtausend Menschen an chronischen Schmerzen.

Kunst- und Theatertherapie für einen besseren Umgang mit Schmerzen

Als sehr hilfreich haben sich laut Eva Maria Hoffmann deshalb auch die Kunst- und Theatertherapie sowie individuell zugeschnittene, appbasierte Übungsprogramme herausgestellt. "Hier werden Ressourcen geweckt und die Patienten erhalten die Möglichkeit, ihren Schmerz für kürzere oder auch längere Momente zu "vergessen" – eine wichtige Erfahrung für viele, die sich ein schmerzfreies Leben oft nicht mehr vorstellen können", meint die Chefärztin der Schmerzmedizin. Die Paracelsus-Klinik Bremen arbeitet dabei eng mit der "Hochschule für Künste im Sozialen" in Ottersberg zusammen. Zusätzlich werden Schulungen für Schmerzpatienten angeboten, die auch helfen sollen, die Abläufe im eigenen Körper besser zu verstehen.

Chronische Schmerzpatienten der AOK Bremen/Bremerhaven können sich bei Bedarf und für weitere Informationen an die zentrale Anlaufstelle unter der Telefonnummer 0 421 224 102-50 oder an schmerzmedizin@bremen.pkd.de wenden.

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