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Personalbemessung im Krankenhaus Kann die PPR 2.0 die Personalkrise beenden?

Mit der PPR 2.0 haben DPR, DKG und ver.di das aktuelle Personalbemessungsverfahren in Krankenhäusern weiterenwickelt und an die aktuelle Versorgung angepasst. Über 40 Kliniken testeten das Verfahren bereits. Nun liegt der Vorschlag beim Gesundheitsminister.

Themenseite: Pflegestärkungsgesetz

Der Deutsche Pflegerat (DPR), die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und ver.di hatten im Rahmen der Konzertierten Aktion Pflege (KAP) den Auftrag übernommen, bis Jahresende 2019 einen Vorschlag für ein Personalbemessungsverfahren im Krankenhaus als Interimslösung zu entwickeln. Am 13. Januar haben die Organisationen Bundesminister Jens Spahn den Vorschlag zur PPR 2.0 präsentiert. Das Ministerium wird nun den Vorschlag prüfen.

PPR 2.0: Anwendbarkeit in mehr als 40 Kliniken getestet

Die Pflegepersonal-Regelung (PPR) wird heute noch in vielen Krankenhäusern eingesetzt und sei es zu internen Budgetierungszwecken. Sie ist das bekannteste Instrument zur Personalbemessung. Mit den mit wissenschaftlicher Expertise für die PPR 2.0 vorgenommenen Anpassungen ist es laut Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerates, gelungen, die Schwächen der ursprünglichen PPR auszugleichen und der heutigen veränderten Versorgungsrealität anzupassen. So wurden die zur Bemessung herangezogenen Leistungen und Zeitwerte an die Anforderungen einer guten Pflege angepasst. Der Pflegekomplexmaßnahmen-Score (PKMS) konnte in das neue Instrument integriert werden. In einem Pretest in mehr als 40 Krankenhäusern wurden Anwendbarkeit und Plausibilität überprüft.

Personalkrise beenden

Ein Instrument zur Bestimmung einer angemessenen Personalausstattung sei laut Wagner überfällig. Seine konsequente Umsetzung wäre auch ein Beitrag zur Beendigung der Personalkrise in der Pflege im Krankenhaus. Der Ball liege nun beim BMG. "Wir setzen auf einen positiven Ausgang der Prüfung der Einführung und eine rasche und konsequente Umsetzung unseres Vorschlages. Parallel muss für eine grundsätzliche Neuentwicklung für die Personalbemessung – die bei der KAP ähnlich wie für die Langzeitpflege festgehalten wurde – ein gesetzlicher Auftrag für die Entwicklung eines neuen Instrumentes erteilt werden. Dies wird erfahrungsgemäß mehrere Jahre in Anspruch nehmen“, so Wagner weiter.

360 Grad Blick auf die Personalausstattung in der Pflege

„Die drei Entwicklungspartner repräsentieren ein breites Bündnis mit unterschiedlichen Perspektiven auf das Problem: Personalausstattung Pflege im Krankenhaus. Das ist eine Stärke dieses Vorschlages. Mit der PPR 2.0 haben wir einen guten Mittelweg zwischen dem Anspruch auf Orientierung am Versorgungsbedarf der Patientinnen und Patienten einerseits und der Notwendigkeit einer zeitnah umsetzbaren Lösung andererseits gefunden“, sagt Wagner.

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