Fachkräftemangel -

Pflege Neuer Tarifvertrag – bis zu 25 Prozent mehr Gehalt

Die Gewerkschaft ver.di und die Bundesvereinigung der Arbeitgeber in der Pflegebranche (BVAP) haben sich auf einen Tarifvertrag geeinigt, der die Gehälter erhöhen soll. Pflegefachkräfte und Helfende sollen bis zu 25 Prozent mehr verdienen.

Topic channels: Fachkräftemangel und Pflegemarkt

Bereits vor der Pandemie war es um die Situation der Altenpflege schlecht bestellt. Zu wenig Personal, zu viele zu Behandelnden, zu wenig Gehalt und das alles im Schichtdienst. Durch die Pandemie wurden die Umstände noch zusätzlich verschärft, was bundesweit Hilferufe aus der Pflege zur Folge hatte. Nach der im vergangenen Jahr von Gesundheitsminister Jens Spahn angekündigten Pflegereform, hatten Verband und Gewerkschaft im September 2020 einen Vertrag ausgehandelt, dessen Details aber noch einmal geändert wurden. Nun sollen die Gehälter der Pflegenden bis 2023 in vier Schritten erhöht werden. So soll der Stundenlohn von Pflegehilfskräften in den nächsten zwei Jahren mindestens 14,40 Euro betragen, der von Pflegefachkräften 18,75 Euro, eine Gehaltssteigerung von bis zu 25 Prozent.

Angleichung in Ost und West

Des Weiteren sieht der neue Tarifvertrag vor, dass die Unterschiede in der Bezahlung von Pflegekräften in Ost- und Westdeutschland angeglichen werden sollen. Bisher bestehen unterschiedliche Mindestlöhne für Pflegehilfskräfte, die bis September 2021 auf einheitlich 12,55 Euro pro Stunde steigen sollen.

Caritas und Diakonie lehnen ab

Private Pflegeheimträger und Betreiber von Pflegediensten haben in Bezug auf den Tarifvertrag Klagen angekündigt. Sie sind der Ansicht, dass der relativ kleine Arbeitgeberverband BVAP nicht für die gesamte Branche sprechen könne.

Auch die Caritas und die Diakonie lehnten Ende Februar 2021 einen bundesweit geltenden Tarifvertrag für die Altenpflege ab. Beide Vereine decken einen großen Teil der Pflegeheime in Deutschland ab und werden von der Kirche geführt.

Die Gewerkschaft ver.di unternimmt nun einen neuen Anlauf, um Caritas und Diakonie von einem bundesweit geltenden Tarifvertrag für die Altenpflege zu überzeugen: In einem offenen Brief Anfang April forderte sie die arbeitsrechtlichen Kommissionen beider Gesellschaften auf, noch einmal über die bundesweite Erstreckung des zwischen ver.di und dem Arbeitgeberverbandes BVAP ausgehandelten Tarifvertrags Altenpflege zu beraten.

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