Forensische Klinik Kaufbeuren Neuer Bereich für Komplementärtherapien

Zugehörige Themenseiten:
Psychiatrie

Die Forensische Klinik in Kaufbeuren hat seit Mai 2021 einen neuen Bereich für Komplementärtherapien in Betrieb.

Zwei Betreuende in der neuen Holzwerkstatt.
Susanne Eder und Markus Ehrsam in der neuen Holzwerkstatt, wo handwerkliches Arbeiten den Gesundungsprozess unterstützen soll. – © BKH

Die Therapieabteilung am Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren (BKH) wurde seit Beginn 2020 für 2,1 Millionen Euro saniert und umgebaut. Seit Mai 2021 ist die Abteilung unter dem Namen Komplementärtherapien im Erdgeschoss des CS-Baus in Betrieb. Hier finden sich Ergo-, Musik-, Sport-, Kunst- und tiergestützte Therapie, ebenso wie eine kleine Mittelschule.

Individuelle Betreuung

In der Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie gibt es drei Abteilungen mit insgesamt neun Stationen. Zwei, in denen jeweils suchtkranke straffällige Personen entsprechend den Maßregeln der Besserung untergebracht sind, und eine für Menschen mit anderen psychischen Erkrankungen. Innerhalb jeder Abteilung gibt es zwei geschlossene und einen offenen Bereich. Je nach Therapieerfolg werden Lockerungsstufen festgelegt.

Künftig soll die Therapie noch individueller stattfinden und somit die unterschiedlichen Perspektiven und Erfolge der zu Behandelnden noch besser herausgearbeitet werden können. „Wir sind nun mit dem gesamten Team an einem Ort vereint und können noch enger und berufsübergreifender zusammenarbeiten“, sagt Christian Hunzelmann, der stellvertretende Leiter der Komplementärtherapien .

Neue räumliche Verhältnisse

Auf 875 Quadratmetern verfügt nun jeder Therapiebereich über mindestens einen eigenen Raum. Im Rahmen der Musiktherapie beispielsweise gibt es eine Band, die hier proben kann. Die Sporttherapie verfügt über eine eigene Halle, die sich in einem anderen Gebäudeteil befindet. Überall werden sowohl Einzel- als auch Gruppentherapien angeboten.

Eine eigene Schule

Der forensischen Klinik Kaufbeuren werden immer wieder zu Behandelnde zugewiesen, die kein oder nur schlecht Deutsch sprechen. Deshalb wurden zwei externe Lehrkräfte angestellt, die innerhalb der Klinik Deutschkurse anbieten. Die zu Behandelnden können hier zur Schule gehen und diese mit einem Mittelschul- oder Qualifizierenden Hauptschulabschluss abschließen.