Ausbau des Fachbereichs Pflege an der KSFH Neue Stiftungsprofessur in der Versorgungsforschung

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Alterskrankheiten und Versorgungsforschung

An der katholischen Stiftungsfachhochschule München (KSFH) gibt es die neue Stiftungsprofessur Versorgungsforschung und Versorgungskonzepte. Die Josef und Luise Kraft-Stiftung fördert die Professur mit 480.000 Euro.

Prof. Dr. Anita Hausen ist Inhaberin der neuen Stiftungsprofessur an der KSFH. – © KSFH

Mit einer Stiftungsprofessur baut der Fachbereich Pflege der Katholischen Stiftungsfachhochschule München (KSFH) seine akademischen Schwerpunkte weiter aus. Seit Anfang Oktober 2015 ist Prof. Dr. Anita Hausen Inhaberin der neuen Stiftungsprofessur Versorgungsforschung und Versorgungskonzepte mit dem Schwerpunkt pflegerische Versorgung im Alter .

Die Professur mit einem Fördervolumen von insgesamt 530.000 Euro in fünf Jahren wird mit 480.000 Euro von der Josef und Luise Kraft-Stiftung und mit 50.000 Euro vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft finanziert.

Stiftungsmittel der Josef und Luise Kraft-Stiftung

Die Josef und Luise Kraft-Stiftung beteiligte sich bereits maßgeblich an der Finanzierung der Stiftungsprofessur Gerontologische Pflege im dualen System, auf die 2009 Prof. Dr. Bernd Reuschenbach an die KSFH berufen wurde, dessen Professur mittlerweile in den Regelhaushalt der Hochschule überführt werden konnte.

„Ein Ziel der Josef und Luise Kraft-Stiftung ist es, ihre Stiftungsmittel in nachhaltige Projekte zu investieren, die die Probleme älterer Menschen an der Wurzel packen. Dies ist uns mit der Finanzierung der ersten Stiftungsprofessur bereits sehr gut gelungen – wir versprechen uns einen vergleichbaren Erfolg mit der Stiftungsprofessur im Bereich der Versorgungsforschung“, erläutert der Stiftungsvorstand Dr. Harald Mosler. Darüber hinaus hebt er in dem Zusammenhang die Hochschule als geeigneten Partner hervor: „Die KSFH hat sich für uns als weltoffene, moderne Hochschule erwiesen, in der die Stiftungsprofessuren mit ihrer Expertise und ihrem Anspruch an die Weiterentwicklung der Pflege bestens aufgehoben sind. Wir erwarten uns nun einen weiteren, markanten Fortschritt in der Gesundheitssystemforschung und hier insbesondere im Zusammenspiel von spezifisch gerontologischer Pflege und Akutpflege.“

Entwicklung neuer, Verbesserung vorhandener Versorgungskonzepte

Die aktuellen und künftigen Herausforderungen im Gesundheitssystem, vor allem die Versorgung chronisch und multimorbider Menschen, erfordern eine integrierte, koordinierte und eine möglichst qualitativ hochwertige Versorgung. Dazu ist das Zusammenspiel aller Gesundheitsberufe und der Wissenschaft gefragt. „Mit der Annahme der Professur sehe ich aus der Perspektive der Pflege die Möglichkeit, anwendungsorientiert zur Entwicklung von neuen Versorgungskonzepten oder zur Verbesserung vorhandener Versorgungskonzepte mit Fokus pflegerischer Versorgung im Alter beizutragen, deren Umsetzung zu begleiten und die Wirksamkeit unter Alltagsbedingungen zu erforschen“, erklärt die Stiftungsprofessorin Prof. Dr. Anita Hausen .

Schwerpunkte der Stiftungsprofessur an der KSFH

Die inhaltlichen Schwerpunkte der neuen Stiftungsprofessur liegen u.a.:

  • auf den Formen der interprofessionellen und interdisziplinären Zusammenarbeit in der Versorgung älterer Menschen,
  • auf wohnortnahen Versorgungskonzepten für vulnerable Gruppen wie älteren Menschen mit einer und auch ohne einer Pflegebedürftigkeit nach SGB XI, wobei es ohne der Pflegebedürftigkeit nach SGB XI vorrangig um Prävention beziehungsweise um die Vermeidung und Verzögerung einer Pflegebedürftigkeit gehen wird und
  • auf Versorgungskonzepten, die stärker die selbstständige Lebensführung und Teilhabe am Leben multimorbider Menschen im Fokus haben.

Sicherung der Lebensqualität alternder Menschen

Prof. Dr. Hermann Sollfrank , Präsident der KSFH, freut sich über den Zugewinn an Expertise: „Die Stiftungsprofessur Versorgungsforschung und Versorgungskonzepte mit dem Schwerpunkt pflegerische Versorgung im Alter, die nun von Prof. Dr. Anita Hausen besetzt wird, ist für unsere Hochschule von wegweisender strategischer Bedeutung . Wir bedanken uns an der Stelle aufrichtig bei der Josef und Luise Kraft-Stiftung und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, die uns die Berufung der Professur überhaupt erst ermöglicht haben.“

Wegweisend ist die Stiftungsprofessur, so auch die Überzeugung der Dekanin des Fachbereichs Pflege, Prof. Dr. Constanze Giese, in der Sicherung von Lebensqualität alternder Menschen – und aber auch im Hinblick auf die Forschung und Lehre des Fachbereichs : „In einer alternden Gesellschaft, in der Individualität und Selbstbestimmung als wesentliche Bestandteile der Sicherung von Lebensqualität bis ins hohe Alter hinein gelten und zugleich die pflegerischen Versorgungssituationen immer komplexer werden, bedarf es der Entwicklung und wissenschaftlichen Begleitung neuer Versorgungsformen und -konzepte. Die Stiftungsprofessur leistet dazu in Forschung und Lehre einen wichtigen Beitrag, insbesondere in unseren Studiengängen Pflege dual und im Masterstudiengang Pflegewissenschaft – Innovative Versorgungskonzepte.“

Prof. Dr. Anita Hausen

Hausen übernimmt zudem die Studiengangsleitung für Pflege dual. Vor ihrem akademischen Weg war sie in verschiedenen Bereichen der Krankenpflege tätig. Ihr Diplomstudium Gesundheitsmanagement und Gesundheitsförderung an der Hochschule Magdeburg-Stendal schloss sie im Jahr 2004 ab. Danach studierte sie postgradual Gesundheitswissenschaften an der Freien Universität Berlin. Während der Studienzeit war sie u. a. für die Siemens Betriebskrankenkasse in Berlin tätig. Nach dem Masterstudium war sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule Aalen tätig, wo sie maßgeblich am Aufbau des Studienangebots Gesundheitsmanagement beteiligt war. Der Tätigkeit folgte die Mitarbeit im Forschungsprojekt Professionalisierung interaktiver Arbeit, zudem leitete sie das Projekt Qualitätsindikatoren in der integrierten Versorgung. Die Promotion erfolgte im Jahr 2012 in Public Health am Fachbereich Human- und Gesundheitswissenschaften der Universität Bremen. Danach wechselte sie an das Universitätsklinikum Ulm, wo sie Projekte zur Versorgungsforschung am Institut für Allgemeinmedizin leitete.