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Zentrum für Neurokognitive Störungen Neue "Gedächtnissprechstunde" in der Max Grundig Klinik

Im neu gegründeten Zentrum für Neurokognitive Störungen in der Max Grundig Klinik nahe Stuttgart, wollen Ärzte frühzeitig Demenzerkrankungen feststellen. Dabei soll eine spezielle "Gedächtnissprechstunde" helfen.

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Die Max Grundig Klinik Bühlerhöhe, nahe Stuttgart, gründet ein Zentrum für Neurokognitive Störungen mit Gedächtnissprechstunde. Das neue Angebot unter Federführung von Dr. Christian Graz (Chefarzt Psychosomatische Abteilung) und Prof. Dr. Peter Huppert (Chefarzt Radiologie) richtet sich an Menschen, die unter Gedächtnisstörungen leiden. Ziel des Zentrums für Neurokognitive Störungen ist es, Gedächtnisstörungen rechtzeitig zu erkennen, die einzelnen Formen richtig zu differenzieren und einzuordnen und durch gezielte Maßnahmen den Verlauf der Erkrankung günstig zu beeinflussen.

Demenz frühzeitig erkennen

Denn jeder Mensch beklagt - unabhängig vom Alter - hin und wieder "normale" Gedächtniseinbußen, die in aller Regel keine Auswirkung auf die Funktionsfähigkeit im Alltag haben. Krankheitswertige Beeinträchtigungen der mentalen Funktionen hingegen stellen betroffene Menschen und deren Angehörige vor immense Herausforderungen. "Medizinisch von grundlegender Bedeutung ist die frühestmögliche differenzialdiagnostische Einordnung von leichten kognitiven Störungen und Frühstadien von Demenzerkrankungen, um rechtzeitig eine gezielte Therapie planen und anbieten zu können", berichtet Graz.

Im Zentrum für Neurokognitive Störungen gliedert sich die gezielte diagnostische Einordnung von Gedächtnisstörungen in einen dreistufigen Prozess:

  1. Diagnose bzw. Ausschluss eines Demenzsyndroms (inkl. Bewertung des Schweregrades)
  2. Erkennen von potenziell reversiblen, also "heilbaren", sog. sekundären Demenzformen
  3. Spezifische ätiologische Differenzierung primärer Demenzformen wie z.B. einer beginnenden Alzheimererkrankung.

"Zur Differenzierung von Gedächtnisstörungen sind zum Beispiel eine gründliche Eigen- und Fremdanamnese, neuropsychologische Testungen, körperlich-neurologische, aber auch laborchemische Untersuchungen wichtig", ergänzt Graz. Bei den apparativen Verfahren helfen insbesondere bildgebende Verfahren wie cranielle Magnetresonanztomographie / MRT, cranielle Computertomographie / CT und ggf. eine Positronenemissionstomographie / PET entzündliche, gefäßbedingte oder tumoröse Ursachen von Gedächtnisstörungen auszuschließen bzw. zu unterscheiden. "Die Untersuchungen folgen dabei einem speziellen Protokoll, um die zahlreichen wichtigen morphologischen Details vollständig zu erfassen", erläutert Huppert. "Diese werden strukturiert analysiert und in Zusammenschau mit den anderen Ergebnissen in eingehenden interdisziplinären Erörterungen individuell eingeordnet", so der erfahrene Neuroradiologe.

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