Landespflegekammer Rheinland-Pfalz Neue Berufsordnung wird «Meilenstein»

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Die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz sieht Personalmangel und damit verbundene Versorgungsprobleme sowohl in Krankenhäusern als auch in der ambulanten Pflege.

Dr. rer. cur. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz: „Es ist kein Wunder, dass immer mehr Pflegefachpersonen über die Missstände in ihrem Beruf frustriert sind und dies endlich bei Demonstrationen kundtun. Daher unterstützen wir den Streik der Beschäftigten in der Universitätsmedizin und fordern Maßnahmen, die endlich zu einer Entlastung der Berufsgruppe führen. Wenn nicht schnellstmöglich Verbesserungen umgesetzt werden, wird eine dauerhafte Gefährdung der pflegerischen Versorgung mit der Konsequenz von massiven Patientenschäden unvermeidlich sein.“ – © Dr. rer. cur. Markus Mai

Missstände gebe es überall, längst nicht nur in der Mainzer Universitätsmedizin, sagte Kammerpräsident Dr. Markus Mai am Mittwoch (27.11.2019) in Mainz. An der Unimedizin könnte es am (morgigen) Donnerstag zu einem Warnstreik von Pflegepersonal kommen, weil sich das Krankenhaus und die Gewerkschaft ver.di bislang nicht auf einen sogenannten Tarifvertrag Entlastung einigen konnten. In dem geht es unter anderem um Soll-Zahlen, also wie viele Pflegekräfte in einzelnen Stationen gebraucht werden. Es sei zu begrüßen, wenn Pflegende auf die Straße gingen, sagte Mai.

Dabei drehe es sich weniger um Entlastung als vielmehr um den Wunsch nach mehr «Berufszufriedenheit». Die könne sich nicht einstellen, wenn Patienten nicht ausreichend gepflegt werden könnten. Wenn Soll-Zahlen zu Pflegekräften kämen, würden künftig auch Patienten abgewiesen werden müssen. Das sei leider in Kauf zu nehmen, sagte Mai. Denn wenn sich am derzeitigen System nichts ändere, fahre es gegen die Wand. Kammer-Vizepräsidentin Sandra Postel sagte, die Personaldecke korreliere stets mit «Mortalität» und Pflegefehlern.

Der mögliche Warnstreik an der Unimedizin fällt auf den gleichen Tag wie der von der Landespflegekammer organisierte P flegetag Rheinland-Pfalz ebenfalls in Mainz. Großes Thema dort sei die neue Berufsordnung für Pflegekräfte, betonten Mai und Postel. Die Ordnung solle Anfang 2020 in Kraft treten, sagte der Kammerpräsident. Sie positioniere die Pflege als «hochprofessionellen» Heilberuf auf Augenhöhe mit anderen. Die Berufsordnung werde ein «Meilenstein» für die Entwicklung einzelner Berufsfelder. Damit gesetzte Standards dienten dann auch als Argumentationsgrundlage für mehr Personal.