Reserveantibiotika Neue Aufgabe für G-BA

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Künftig sollen Reserveantibiotika durch Surveillance-Systeme des Robert Koch-Instituts (RKI) auf Resistenz- und Verbrauchssituation beobachtet werden. Das Problem: Viele Kliniken nutzen bereits eigene Systeme. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) findet in seiner jüngsten Sitzung für das erste Reserveantibiotikum Cefiderocol, an das der G-BA Anwendungsanforderungen stellt, einen Kompromiss: Kliniken wird eine Übergangsfrist gewährt.

Reserveantibiotika sollen durch Surveillance-Systeme des Robert Koch-Instituts (RKI) auf Resistenz- und Verbrauchssituation beobachtet werden. – © GeoArt (stock.adobe.com)

Die Krankennhäuser bekommen nun sechs Monate Zeit, die Meldungen an die RKI-Systeme zu übermitteln, heißt es im einstimmig gefassten Beschluss auf der jüngsten G-BA-Sitzung. Die Initiative für den Kompromiss geht vom unabhängigen Vorsitzenden Prof. Josef Hecken aus. Der Beschluss impliziere, dass die Kliniken in der Zwischenzeit ihre eigenen Systeme nutzen, erklärt er.

Neues Arbeitsgebiet für G-BA und RKI

Ursprünglich pochen die Kassenbank und die Patientenvertretung auf eine ausschließliche Nutzung der RKI-Systeme. „Durchaus verständlich“, wie Hecken betont, „damit es keine künstlichen Schnittstellen gibt.“ Dr. Antje Haas (GKV-Spitzenverband) signalisiert in der Sitzung, dass sie für einen Kompromiss offen ist. Krankenhausvertreter Dr. Michael Brenske und Patientenvertreterin Susanne Teupen gehen ebenfalls mit Heckens Vorschlag d’accord. Der Vorsitzende ist auf eine Vorgehensweise aus, die man auch auf nachfolgende Reserveantibiotika anwenden kann, ohne das erneut verhandelt werden muss. Er wolle nicht „Und täglich grüßt das Murmeltier“ spielen. Ähnlich sieht es Haas, die die Bedeutung des Tagesordnungspunkts hervorhebt: „Wir stehen hier am Scheideweg vor einem ganz neuen Arbeitsgebiet des G-BA und des RKI.“ Die Sitzung sei eine „Art Eröffnungsveranstaltung“.

Neben der Surveillance gelten weitere Anforderungen:

  • der Erregernachweis,
  • lokale Freigaberegelung durch die Einrichtung und
  • die Berücksichtigung der Vorgaben zum angemessenen Einsatz in den klinikinternen Prozessen unter Einbindung der krankenhauseigenen Arzneimittelkommission.