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Krankenkassen-Hackathon Neu und besser betreuen

Ende Januar 2019 brachte der „Health-Insurance-Hackathon“ (HIH) in Leipzig Vertreter aus Krankenkassen mit Informatikern, Ingenieuren und Leistungserbringern zusammen. Ziel der veranstaltenden Versorgungsforscher aus dem WIG2 Institut und ihrer Partnerkassen war es, Lösungen für eine bessere Versorgung zu entwickeln sowie eine größere Kundenzufriedenheit und höhere Kosteneffizienz bei den Kostenträgern zu ermöglichen.

Themenseite: Digitalisierung

Am Hackathon beteiligt waren die IKK classic, die Siemens Betriebskrankenkasse, die BIG direkt, die BKK VBU und die R+V BKK. Mit dabei waren die Initiativen Hashtag Gesundheit und BKK Youngtalents. In zehn interdisziplinären Teams stellten sich die Kassen den „Challenges“. Unterstützt wurden sie durch Expertenworkshops zu agiler Softwareentwicklung, Datenvisualisierung und Design-Thinking.

Die Fragestellungen

Team A entwickelte einen Demenzkompass mit einer Bündelung von Informationen zur Krankheit sowie der persönlichen Begleitung von Angehörigen und Patienten. Seine Vision für ein digitales betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) stellte Team B vor. Mit der interaktiven Kommunikationszentrale KAI wollte Team C das Herz der Jury gewinnen. Team D arbeitete an der Früherkennung und Prävention von Burn-outs. Informationsmanagement in Zeiten der DSGVO hatte sich Team E auf die Fahnen geschrieben. Bei Team F stand das Versorgungsmanagement für psychisch Kranke nach stationärer Behandlung im Mittelpunkt. Team G fokussierte die Geschäftsstelle der Zukunft mit ihren Kernherausforderungen: Erkrankungen erkennen, Therapieansätze vorschlagen, Präventionen aufgrund der Risikofaktoren einleiten. Blockchain war die Technologieinfrastruktur der Wahl des Teams H mit dem Ziel der Adhärenz. BGM bildete den Kontext von Team I – mit Fokus auf die schwer ansprechbaren Mitarbeiter mit hohem Stresslevel. Den „Schatz im Datensee“ wollte schließlich das Team J heben - mit Triggern und Früherkennung für Diabetes.

Jurymitglied Cinja Polenske, Referentin Versorgungsmanagement bei der R+V BKK und Präsidentin der BKK Youngtalents, erklärt: „Diese Initiative des BKK-Dachverbandes soll als Think-Tank neue Ideen im Gesundheitswesen mitgestalten.“ Sie hofft, dank Ansätzen aus Hackathons auf schlankere Prozesse in den Kassen, beispielsweise durch Automatisierung. Durch neue Lösungen, so Polenske, werden Sachbearbeiter zu Beurteilern, die Patienten auch präventiv unterstützen.

Warum Hackathon?

Für Hans Unterhuber, Vorstand Siemens BKK, ist dies Teil der Innovationsstrategie seiner Kasse mit dem Ziel, eine führende Rolle in der Kundenorientierung einzunehmen und den Patienten das Leben zu erleichtern. Hackathons bieten einen Maßstab, das Potenzial von Ideen zu prüfen und Inspiration zu holen. Hackathons eignen sich, um mit Branchenkollegen und Start-ups auf Basis wissenschaftlichen Inputs unter Hochdruck Lösungen zu erarbeiten – diese Erfahrung geben die Teilnehmer an Kollegen weiter.

Pitches und Preise

Rund 120 Personen kamen in der Kuppelhalle der Leipziger Volkszeitung zum finalen Pitch zusammen: Der Preis für die innovativste Lösung ging an Team H mit Blockchain. Gewinner der Kategorie „größter Nutzen für Versicherte“ wurde Team G mit der „Krankenkasse der Zukunft“. Den Publikumspreis sowie den besten gesundheitsökonomischen Effekt erreichte Team J mit der Diabetesprävention.

2020 ist der zweite Krankenkassen-Hackathon geplant. Eine „Innovationskonferenz in der GKV“ soll ihn begleiten.

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