Klimaschutz Netzwerk fördert Kreislaufwirtschaft mit 250 Kliniken

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Nachhaltigkeit

Das Projekt „KLIK green“ fördert mit einem Weiterbildungs- und Beratungsangebot die Kreislaufwirtschaft mit zahlreichen medizinischen Einrichtungen. Mehr als 150 Aktivitäten im Bereich Abfall- und Ressourcenmanagement sollen zur Nachhaltigkeit beitragen.

Das Projekt vereint 250 Kliniken mit dem Ziel, für mehr Nachhaltigkeit und weniger CO2-Ausstoß zu sorgen. – © KLIK green

Pro Jahr 1,5 Tonnen weniger CO2-Äquivalente: So viel spart das Kliniknetzwerk des Projektes „KLIK green“ mit seinem Klimamanagement und den teilnehmenden 250 Kliniken ein. Mit dem Modell der Kreislaufwirtschaft soll langfristig die Entstehung von Abfällen minimiert und zeitgleich die Verwendung natürlicher Rohstoffe maximiert werden, „um den Lebenszyklus von Produkten zu verlängern“, wie die Projektverantwortlichen erklären. Klimamanagerinnen und -manager haben über ihre Umsetzung im Zuge des Projektes berichtet.

Digitalisierung senkt Papierverbrauch

Ein Teil des Projektes fokussiert sich auf den Bereich Digitalisierung in Healthcare-Einrichtungen. Tobias Eder, Projektmanager im Asklepios Klinikum Bad Abbach berichtet, wie eine digitale Version des Arzneimittelverzeichnisses „Rote Liste“ bis zu 110.000 Blatt Papier jährlich einspart. „Viele Maßnahmen kommen durch den Einbezug von Mitarbeitenden sowie Patientinnen und Patienten zustande. Ambitionierte Klimaschutzziele können nur auf Augenhöhe erreicht werden“, sagt Eder. Nach einer Pilotphase in der Klinikhygiene soll das System zukünftig auch in Laboren und bei der Patientenaufnahme aufgenommen werden, um auf weitere 16.000 Blatt verzichten zu können.

Mehrwegprodukte in Cafeteria und OP

Statt Einweggeschirr und -verpackungen bei der externen Essensausgabe und einmalig genutzten OP-Utensilien setzt man im Universitätsklinikum Brandenburg an der Havel mittlerweile auf wiederverwendbare Produkte. „Vier bis fünf Mitarbeitende sterilisieren täglich 2.000 OP-Instrumente zur Wiederverwendung“, erzählt Torsten Bölke, Nachhaltigkeitsmanager der Uniklinik Brandenburg.

Die LungenClinic Grosshandorf geht bei OP-Klammernahtgeräten einen ähnlichen Weg. Diese bestehen zu 30 Prozent aus Kunststoff und zur Hälfte aus Metall. Statt die Geräte wie üblich zu verbrennen, werden sie über eine externe Firma abgeholt und neu verwertet. Dadurch wurde bisher 159 Kilogramm Metall und 83 Kilogramm Kunststoff erhalten. „Wir haben schon etwa 600 Geräte gesammelt und dem Kreislauf wieder zugeführt“, sagt Beate Dahm, Referentin der Kaufmännischen Geschäftsführung der LungenClinic .

Diese Umsetzungen zur Nachhaltigkeit sind nur wenige Beispiele des gesamten „KLIK green“-Projektes. Insgesamt wurden bis November 2021 157 verschiedene Aktivitäten umgesetzt. Weitere können noch folgen, denn das Projekt läuft noch bis April 2022.