Bundesverbandes Deutscher Privatkliniken e.V. „Mutige Lösungen statt expandierender Bürokratie“

Die privaten Klinikträger wenden sich mit einem Appell an die Verhandlungspartner der neuen Bundesregierung. Kernaufgaben der zukünftigen Gesundheitspolitik sollten demnach aktivierende Reformen des Systems und die Förderung von Innovationen sein.

Der BDPK richtet sich mit einem Brief an die Verhandlungsführer der Koalitionsgespräche. – © BDPK/Screenshot HCM

Der Bundesverband Deutscher Privatkliniken e.V. (BDPK) wendet sich mit einem Positionspapier an die Verhandlungspartner der Koalitionsgespräche. Der Titel: „Vertrauen fördert Verantwortung“. Auf rund 20 Seiten fordern die privaten Träger u.a.

  • ein flexibles und bedarfsgerecht organisiertes Gesundheitssystem,
  • die mehrdimesionale Messung von Qualität,
  • den Abbau von Sektorengrenzen,
  • mehr Transparenz und faire Wettbewerbsbedingungne,
  • einen Bürokratieabbau,
  • die Vereinfachung von MD-Abrechnungsprüfungen sowie
  • die Gleichstellung von Privatkliniken ohne Versorgungsvertrag.

Eine zügige und nachhaltig wirksame Verbesserung des Gesundheitssystems könne nach Auffassung der privaten Klinikträger nur mit mehr Patientenorientierung erreicht werden. „Weder Krankenkassen noch Krankenhäuser dienen ihrem Selbstzweck, sondern ausschließlich den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger“, erklärt Thomas Bublitz, Hauptgeschäftsführer des BDPK, der die Interessen von mehr als 1.300 Krankenhäusern und Reha-/Vorsorgeeinrichtungen in privater Trägerschaft vertritt. Der BDPK hat in einem Brief an die Verhandlungsführer der potenziellen Koalitionspartner konkrete Lösungen und Vorschläge für eine patientenorientierte Gesundheitspolitik in der nächsten Legislaturperiode unterbreitet, die im genannten Positionspapier zusammengefasst wurden. Ein flexibles und bedarfsgerecht organisiertes Gesundheitssystem braucht nach Ansicht des BDPK „mutige Lösungen statt expandierender Bürokratie“. Kernaufgaben der zukünftigen Gesundheitspolitik seien aktivierende Reformen des Systems und die Förderung von Innovationen sein.

Vielfältige Handlungsbedarfe

Schwerpunkte im Handlungsbedarf sehen die privaten Klinikträger v.a. in folgenden Bereichen:

  • Die Öffnung der Sektorengrenzen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung: Regionale Versorgungsnetzwerke verbessern die medizinische Versorgung jedes einzelnen Patienten, weil eine Vielzahl von Doppelbehandlungen entbehrlich werden. Gleichzeitig wird damit Personal in allen Bereichen des Gesundheitswesens entlastet und dem Fachkräftemangel entgegengewirkt.
  • Die Evaluation von Pflegepersonaluntergrenzen, Pflegebudget und Personalvorgaben in der Psychiatrie: Die Instrumente bedeuten hohen Aufwand durch Zählen und Dokumentieren und führen zu ständigem Streit zwischen Krankenkassen und Krankenhäusern. Gleichzeitig ist fraglich, ob die Ziele, die Arbeit in der Pflege und die Versorgung zu verbessern, tatsächlich erfüllt werden. Echte Entlastung der Pflege kann nur durch ein neues Zielbild moderner Pflege gelingen. Examinierte und akademisch ausgebildete Pflegekräfte müssen durch höherwertige Aufgabenbereiche aufgewertet werden und auf der anderen Seite durch Pflegehilfskräfte und Digitalisierung wirksam entlastet werden, um mehr Zeit für Patienten zu haben.
  • Das Tempo und der finanziellen Unterstützung digitaler Prozesse in der Gesundheitsversorgung: Es gilt, die medizinische Rehabilitation in die Digitalisierungsstrategie der Bundesregierung konsequent miteinzubeziehen und Digitalisierungsprojekte sektorenübergreifend finanziell zu unterstützen.
  • Die Stärkung der Reha und Vorsorge: Patientinnen und Patienten, die Reha-Maßnahmen benötigen, müssen diese direkt und verbindlich ärztlich verordnet bekommen – ohne ein aufwändiges Antrags- und Bewilligungsverfahren mit unbestimmten Ausgang. Bei der Auswahl der Klinik müssen die Versicherten frei unter den zugelassenen Reha- und Vorsorge-Einrichtungen wählen können ohne zusätzliche Mehrkostenbelastung.
Das vollständige Positionspapier kann auf der Website des BDPK eingesehen werden.