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Therapie München Klinik Bogenhausen nutzt neues 3D-Mapping

Das Vorhofflimmern ist die häufigste Form der Arrhythmien. Als erste Klinik Süddeutschlands setzt die Klinik Bogenhausen ein neues schonendes Bildgebungsverfahren zur Behandlung ein.

Topic channels: Medizintechnik und Patientensicherheit

Bei einer Vielzahl von Herzrhythmusstörungen helfen hochmoderne Katheterverfahren. Per Radiofrequenzstrom (Hitze) oder Vereisung mit dem Cryoballon (Kälte) werden Arrhythmien direkt im Herzen ausgeschaltet. Essentiell dabei ist eine präzise Navigation der Katheter zum Ort des Ursprungs der Herzrhythmusstörungen – und gerade diese Navigation ist aufgrund der dreidimensionalen Anatomie des Herzens hochkomplex. Ein neues hochmodernes 3D-Kartierungssystem erleichtert den Kardiologinnen und Kardiologen der München Klinik Bogenhausen die Sicht und Führung eines Cryoballons und macht den Eingriff durch weniger Röntgenstrahlung schonender für Patienten und Personal.

Landkarte des Herzens: Per 3D-Mapping wird der Katheter gesteuert

Seit März 2021 setzt die Klinik für Kardiologie und internistische Intensivmedizin der München Klinik Bogenhausen zur Navigation bei Kathetereingriffen am Herzen das neue 3D-Mapping-System KODEX EPD ein. Das System kann für die Behandlung aller Herzrhythmusstörungen verwendet werden und nutzt die dielektrischen Eigenschaften des Herzgewebes, um eine Echtzeit-3D-Herzkartierung und Darstellung der verwendeten Katheter zu ermöglichen. Dabei muss der Katheter keinen direkten Kontakt mit der Herzinnenwand haben, sondern lediglich in der Nähe platziert werden, um ein hochauflösendes 3D-Bild zu zeigen.

Geringe Röntgenstrahlung macht den Eingriff noch sicherer für Patienten

Farbliche Kodierungen helfen dem Team dabei, die Herzrhythmusstörung genau zu verstehen. "Durch die Darstellung der exakten Anatomie und die zusätzlichen Informationen bei der Cryoballonablation hat das System das Potential, die notwendige Menge an Röntgenstrahlung weiter zu reduzieren", sagt Bogenhausens Geschäftsführender Oberarzt PD Dr. med. Florian Straube. Der Leiter der Elektrophysiologie in der München Klinik, Dr. med. Uwe Dorwarth, ergänzt: "Neben der Erfassung der Anatomie sehe ich durch die gleichzeitige Erfassung von Gewebseigenschaften während der Durchführung der Cryoballonablation die Möglichkeit die Behandlung des Patienten noch weiter zu individualisieren. Dieser Ansatz muss aber noch wissenschaftlich erforscht werden."

Ein Baustein für Qualität in der Patientenversorgung?

Chefärztin Prof. Dr. med. Ellen Hoffmann erklärt: "Das neue System wird zeigen müssen, dass es die Arbeitsläufe weiter vereinfachen kann und gleichzeitig dazu beiträgt, die Strahlenexposition für Patient und Personal niedrig zu halten. Es kann ein Baustein dafür sein, die hohe Qualität der Patientenversorgung weiter zu sichern."

Die kathetergeführte Behandlung von Herzkreislauferkrankungen ist ein Schwerpunkt der Klinik für Kardiologie und Internistische Intensivmedizin an der Münchener Klinik. Seit 2007 führt die Klinik die Cryoballonablation routinemäßig bei Patientinnen und Patienten mit anfallsartigem oder anhaltendem Vorhofflimmern durch. Mehr als 3.200 Patienten sind mit dem Cryoballon-Verfahren bereits in der München Klinik Bogenhausen behandelt worden.

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