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Veranstaltungstipp Morbi-RSA: Nur gut für Ortskrankenkassen?

Barmer-Chef Christoph Straub warnte kürzlich davor, dass den Krankenkassen von rund 15 Millionen gesetzlich Versicherten binnen weniger Jahre Schließung oder Insolvenz drohe. Eine wichtige Rolle spielt hierbei der morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich, über den auch auf dem Gesundheitskongress des Westens am 13. und 14. März 2018 in Köln diskutiert werden soll.

Laut Barmer-Chef Christoph Straub bestünde aufgrund von Haftungsregelungen innerhalb der Kassenarten die Gefahr, dass die Pleite einer Kasse andere in einen Finanzkrise mitreiße. Dieser Fall könne bereits während der gerade angelaufenen Legislaturperiode eintreten, etwa wenn die Konjunktur sich abschwächen würde. Problem sei der morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA).

Reformbedürftig oder nicht?

Dieser führt nach Berechnungen von Experten dazu, dass eine AOK pro Versichertem im Jahr im Durchschnitt 59 Euro mehr aus dem Gesundheitsfonds erhält als sie für dessen medizinische Versorgung ausgibt, währenddessen andere Kassen weniger Geld erhalten als sie tatsächlich ausgeben. Die Unterdeckung liege für Ersatzkassen bei 35 Euro, für Innungskrankenkassen bei 50 Euro und für die Knappschaft sogar bei 86 Euro. Das Deutsche Ärzteblatt zitierte im Dezember gut unterrichtete Kreise aus dem Krankenkassenbereich, denen zufolge die AOK Sachsen-Anhalt dadurch mittlerweile einen Vermögenswert pro Mitglied von 1.212 Euro angehäuft hat, während entsprechende Rücklagen bei einigen Ersatzkassen gerade einmal zwischen 64 und 85 Euro betragen.

Der wissenschaftliche Beirat beim Bundesversicherungsamt hat nun im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums ein Gutachten zum Morbi-RSA erstellt, dessen Kurzfassung im Oktober bereits vorab veröffentlicht wurde. Das hat die Kontroverse jedoch keineswegs entschärft. So kritisierte etwa der Dachverband der Betriebskrankenkassen, auf die Fehlentwicklungen beim RSA reagiere der Beirat „mit noch mehr RSA statt Begrenzungen von Über- und Unterdeckungen zu erwägen“. Auch werde der „unsinnigen Praxis“ kein Ende gesetzt, dass Krankenkassen mit hohen Zusatzbeitragssätzen „auch noch Gelder an günstige Kassen abführen müssten“.

Frank Plate, Chef des Bundesversicherungsamtes, findet die Aufregung überzogen und sagt: „Der Morbi-RSA kann nicht alle Probleme in den Krankenkassen lösen.

Was muss sich beim Morbi-RSA ändern?

Das diskutieren die Experten auf dem diesjährigen Gesundheitskongress des Westens:

  • Prof. em. Dr. Eberhard Wille, Wissenschaftlicher Beirat beim Bundesversicherungsamt und Mitglied im Sachverständigenrat Gesundheit,
  • Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit,
  • Frank Plate, Präsident des Bundesversicherungsamts,
  • Claudia Middendorf, Beauftragte der NRW-Landesregierung für Menschen mit Behinderung sowie für Patientinnen und Patienten, und
  • Ulrich Paschek, Abteilungsleiter Finanzen und Zentrales Controlling der Knappschaft-Bahn-See.

Die zwölfte Auflage der jährlich ausgerichteten Veranstaltung findet am 13. und 14. März 2018 im Kölner Kongresszentrum Gürzenich statt. Weitere Infos gibt es unter der Homepage des Gesundheitskongress des Westens.

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