Politik -

Montgomery: Termingarantie innerhalb von vier Wochen möglich

Mit einer Eil-Überweisung wollte die Ärztekammer die von der großen Koalition geplante Termingarantie verhindern. Nun sagte Präsident Frank Ulrich Montgomery, ein Facharzttermin für gesetzlich Versicherte innerhalb von vier Wochen ist möglich – allerdings nicht für alle.

Ende letzten Jahres hat die von der Politik geforderte Termingarantie für großen Wirbel gesorgt. Vor dem Beginn des Ärztetages in Düsseldorf äußerte sich Montgomery erneut zum Thema Termingarantie. "Wir haben von Anfang an gesagt, dass jeder, der eine Überweisung von seinem behandelnden Arzt an einen Facharzt erhält, innerhalb von vier Wochen einen Termin beim Facharzt bekommt", so der Ärztekammer-Präsident im Interview mit der Rheinischen Post.

Im Koalitionsvertrag für die laufende Legislaturperiode hatten Union und SPD im Dezember 2013 vereinbart, dass die Wartezeit auf einen Arzttermin künftig deutlich reduziert werden soll. Demnach will die große Koalition durchsetzen, dass gesetzlich Versicherte innerhalb von vier Wochen einen Termin beim Facharzt bekommen. Ist das nicht möglich, soll Patienten laut Koalitionsvertrag ein Termin zur ambulanten Behandlung im Krankenhaus angeboten werden.

Diese Pläne waren bei der Ärzteschaft zunächst auf Ablehnung gestoßen. Noch Ende letzten Jahres forderte Ärztekammer-Präsident Frank Ulrich Montgomery, dass das Termin-Management auch künftig in den Händen der Ärzte bleiben müsse. Gleichzeitig machte er sich für die Einführung einer dringlichen Überweisung stark, mit der Patienten schnell zu einem Facharzt vermittelt werden sollten.

Nicht immer nach Patientenwunsch

Im Interview mit der Rheinischen Post schränkte Montgomery die Termingarantie allerdings auch ein: So könne es in einem System mit gedeckeltem Budget kein Versprechen geben, dass alle Patienten innerhalb von vier Wochen zum Arzt ihres Wunsches gehen können.

Voraussetzung für einen Facharzttermin binnen vier Wochen ist laut Montgomery zudem, dass die Dringlichkeit einer fachärztlichen Untersuchung durch eine Überweisung dokumentiert sein muss. "Wir können es (…) nicht leisten, dass beispielsweise Vorsorgeuntersuchungen, für die es keinen konkreten Anlass gibt, innerhalb von vier Wochen gemacht werden können", sagte er.

Ein Gesetz ist nicht nötig

Die notwendigen Strukturen, die eine Terminvergabe innerhalb von vier Wochen sicherstellt, kann die Ärzteschaft nach Einschätzung von Montgomery selbst schaffen. Ein Gesetz hält er indes nicht für notwendig.  Wie lange es dauert, diese Termingarantie umzusetzen, hänge allerdings stark von den regionalen Gegebenheiten ab.

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