Gesundheit -

Organspende Moderater Rückgang von Transplantationen während Corona

Die Transplantationszentren sind im vergangenen Jahr von Corona nicht so hart getroffen worden, wie zunächst befürchtet. Der Rückgang der Transplantationen um sechs Prozent ist laut Deutscher Transplantationsgesellschaft (DTG) "erklär- und vertretbar".

"Erfreulicherweise mussten die deutschen Transplantationszentren ihre lebensrettende Tätigkeit der Organtransplantation nicht einstellen“, sagt DTG-"Präsident Prof. Christian Strassburg. Zu Beginn der Pandemie sei nicht einmal sicher gewesen, ob bei Überlastung überhaupt Transplantationen durchgeführt werden können.

Im Jahr 2020 wurden 3.518 Organe transplantiert, 502 davon waren Lebendspenden. Im Jahr zuvor waren es 3.767 Organe. Die Anzahl der Menschen mit Transplantation sank ebenfalls leicht, von 3.543 im Jahr 2019 auf 3.347 im Pandemie-Jahr. Angesichts der Tatsache, dass Transplantationen immer von den Intensivbettkapazitäten abhängen und zwei Pandemiewellen erfolgten, finden die Transplantationsmediziner diesen Rückgang "erklär- und vertretbar".

Deutschland im Hinblick auf Organspende europaweit fast Schlusslicht

Die zufriedenstellende Leistung unter Pandemiebedingungen dürfe aber nicht über ein grundlegendes Problem hinwegtäuschen: Deutschland ist im Hinblick auf die Organspende europaweit fast das Schlusslicht, mit Ausnahme von Luxemburg müssen Patienten nirgendwo anders so lange auf ein Organ warten. "Die Situation ist desaströs – und so war sie auch schon vor der Corona-Pandemie", betont Strassburg. Die Spenderrate beträgt lediglich 10,7 Spender pro eine Million Menschen. Seit 2018 sind die Spenderzahlen von 955 auf 913 gefallen.

Das Gesetz zur Verbesserung der Zusammenarbeit und der Strukturen bei der Organspende trat am 2019 in Kraft und wurde damals von der DTG begrüßt. Allerdings lasse sich der Effekt auf die Spenderzahlen derzeit nicht sicher einschätzen, weil die Pandemie die Situation in den Kliniken und auf den Intensivstationen stark verändert hat. "Es ist und bleibt letztlich schwer einzuschätzen, ob das Gesetz unter Normalbedingungen einen positiven Trend herbeigeführt hätte", heißt es von Seiten DTG.

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