Versicherung -

Deutsche Krankenhausgesellschaft Milliardenüberschuss bei Krankenkassen könnte Pflegebonus finanzieren

... oder eben nicht. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) kritisiert die Kassen für das "Horten" ihrer Milliardenüberschüsse. Denn Pflegekräfte zahlen schließlich auch über die Sozialversicherung in deren Vermögen ein.

In der Phase der historisch größten Herausforderung des Gesundheitswesens sparen Krankenkassen in Milliardenhöhe. Alleine die Ortskrankenkassen haben im zweiten Quartal von April bis Juni einen Überschuss von mehr als 700 Millionen Euro erzielt (erstes Halbjahr insgesamt 325 Millionen). Gleiches wird für die anderen Kassenarten inklusive der privaten Krankenversicherung gelten.

"... ein Affront gegenüber den Pflegekräften"

„Diese Überschüsse sind zum großen Teil Ergebnis der Erlösausfälle der Krankenhäuser. Nicht umsonst sagen selbst AOK-Experten, dass es seit Bestehen der Quartalsstatistik noch nie solche Einsparungen gegeben habe. Vor dem Hintergrund dieser Zahlen ist die Weigerung der Kostenträger, die von der Politik geforderte Bonuszahlung für Pflegekräfte zu finanzieren, nicht mehr vermittelbar. Sie stellt fast schon einen Affront gegenüber den Pflegekräften dar, die mit ihren Sozialversicherungsbeiträgen die Überschüsse mitfinanzieren“, erklärt Georg Baum, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG).

Krankenkassen weiterhin auf Sparkurs

Aufgrund der weiter anhaltenden Pandemielage und der sich daraus ergebenden Mindererlöse und Mehrkosten für die Krankenhäuser, werden die Krankenkassen auch in den nächsten Monaten viel Geld sparen. Auch das unterstreicht, dass die Schutzschirmkomponenten für die Krankenhäuser über den September des Jahres hinaus verlängert werden müssen – und, so Baum, „aus freigewordenen Mitteln der Versicherer auch gut finanziert werden können“.

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