Marketing | Kosten | Logistik -

Social Media für Kliniken, Reha und Pflege, Teil 5 Menschlichkeit zeigen

In wessen Hände gebe ich mein Kind, wenn es ins Krankenhaus muss? Wie wird es dort betreut? Das fragen sich Eltern vor einem Klinikaufenthalt des eigenen Kindes. Die Kinderklinik Berlin-Buch zeigt auf ihrer Facebook-Seite, wie man sich dort auch um das seelische Wohl der Kinder bemüht – da wird der Chefarzt mal zum YouTube-Star.

Themenseite: Social Media

Menschen schnellst- und bestmöglich gesund machen – das ist die Aufgabe von Krankenhäusern. Doch in der Kinderklinik Berlin-Buch ist man sich sicher, dass das nicht mehr ausreicht, um Patienten gut zu versorgen. „Wir kümmern uns auch um die Seele der Patienten“, betont Chefarzt Prof. Lothar Schweigerer. Das transportiert das Klinikum auch über die eigene Facebook-Seite, die seit Anfang 2015 ­online ist. Schweigerer betreut sie in Teamarbeit mit Mitarbeitern, ist aber selbst hauptsächlich dafür zuständig.

Mehr als Medizin

„Durch die Facebook-Seite können wir nach außen gut rüberbringen, was wir im Krankenhaus leben und erleben“, erklärt Schweigerer. Dafür postet er auch Bilder vom klinikeigenen Theater oder dem Kochstudio. „Wir haben einige chronisch kranke Patienten bei uns. Da möchten wir die positiven Erlebnisse, die die Kinder bei uns machen können, gerne zeigen“, erklärt Schweigerer.

Zu diesem Konzept gehört ebenfalls, die Mitarbeiter kennenzulernen. Hierfür gibt es vom Klinikum einige Filme auf einem eigenen YouTube-Kanal. Eines zeigt z.B. Schweigerer selbst. Der Aufhänger des Videos: Was er an Kindern mag. „Das präsentiert uns als das, was wir sind – Menschen“, meint er. Weitere Videos, die dann auch auf Facebook erscheinen, sind in Planung.

Zur Themenvielfalt auf der Facebook-Seite gehören aber ebenso medizinische Fragestellungen, die Ärzte ansprechen. Da fordert Schweigerer auch mal die Leser zur Diskussion auf – wenn genug kommentiert wird, gibt er die Antwort auf eine in seinem Post gestellte Frage. Das funktioniert gut, denn das Engagement auf der Seite ist hoch. Es wird fleißig geliked, geteilt und kommentiert.

Diskussion schadet nicht

Das kann auch durchaus kontrovers sein. Ende November postete das Klinikum das Foto eines Frühchens an Schläuchen – aufgrund von technischen Schwierigkeiten ohne Text. Daraufhin entstand eine rege Diskussion. „Auch wenn es nicht geplant war, hat es uns nicht geschadet. Wir konnten klarstellen, dass der Text aus Versehen fehlte. Außerdem gehören solche Bilder zu unserem Klinikalltag. Es zeigt, wie wir uns intensiv um Frühchen kümmern“, findet Schweigerer.

Unterbeiträge zu diesem Artikel
© hcm-magazin.de 2020 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar angeben zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen