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AOK-Baden-Württemberg Melde- und Sanktionssystem bei Lieferengpässen gefordert

Ein umfassendes Meldesystem für Arzneimittel mit Aufsicht bei dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sowie Sanktionsmöglichkeiten bei Nicht-Meldung von Lieferengpässen der Pharmazeutischen Industrie fordert die AOK-Baden-Württemberg.

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Während n icht-lieferbare Medikamente im normalen Apothekenbetrieb schnell durch ein anderes ersetzt oder zeitnah bestellt werden können, sieht es im Bereich der Krankenhausapotheken schon anders aus: Nicht zuletzt müssten Operationen, beispielsweise bei der Stammzelltransplantation, aufgrund von Lieferengpässen verschoben werden. Darauf weisen nun die AOK Baden-Württemberg sowie der Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) hin. Betroffen seien im wesentlichen Arzneimittel, die nur für den Klinikmarkt hergestellt werden, darunter viele Lösungen zur Injektion wie Antibiotika, Krebsmedikamente und Anästhetika.

"Nicht hinnehmbarer Zustand"

Es fehle laut der Krankenkasse „jede Transparenz“ im Markt, welche Medikamente sich überhaupt in Deutschland befänden. Bislang gäbe es eine freiwillige Verpflichtung der Pharmaindustrie, Lieferengpässe zu melden – diese freiwillige Selbstkontrolle laufe aber „absolut schlecht“, sagt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK-Baden-Württemberg. Mit dem nun verabschiedeten Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz, wird den pharmazeutischen Herstellern verpflichtend auferlegt, Lieferengpässe den Krankenhausapotheken zu melden; die Krankenhausapotheke habe dann die Möglichkeit, über die 14-Tage-Regelung hinaus, Vorräte im Ausland einzukaufen. Zu beobachten sei, dass teilweise in Deutschland nicht lieferbare Krebsmedikamente von ein und demselben Pharmahersteller – dann zu höheren Preisen – im Ausland angeboten würden. Dies sei ein nicht hinnehmbarer Zustand, unterstreicht Prof. Karl Lauterbach, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD, der verspricht, dass die Politik nachlegen würde, würde der Informationsaustausch zwischen Pharmahersteller und Krankenhausapotheke nicht ausreichen, um das Problem in den Griff zu bekommen.

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