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Mein GesundheitsCampus Bessere Patientenversorgung auf dem Land

Das Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften (IMG) der Universität Bayreuth hat unter Leitung von Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel eine Alternative für aussterbende ländliche Krankenhäuser entwickelt.

Der Grundgedanke von Mein GesundheitsCampus ist eine intensive Vernetzung verschiedener Versorgungsstufen. Vor Ort selbst soll eine relativ kleine stationäre Einheit verbleiben, die durch ambulante Strukturen unterstützt wird. Ausschlaggebend ist eine digitale Anbindung an ein breit aufgestelltes Kooperations-Krankenhaus oder an mehrere Fachkliniken. Damit soll eine Struktur entstehen, die die Grundversorgung sicherstellt und bei geplanten Krankenhausaufnahmen einen höheren Komfort für die Patientinnen und Patienten bietet. Darüber hinaus soll Mein GesundheitsCampus auch die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Gesundheitsversorgung sichern.

Patientenzentrierte Versorgung

Die Universität Bayreuth hat jedes Projekt innerhalb von Mein GesundheitsCampus begleitet und die Ergebnisse evaluiert: "Den wissenschaftlichen Nachweis, dass die neue Versorgungsstruktur tatsächlich zu einer besseren Versorgungsqualität führt, halten wir für enorm wichtig. Dieser Nachweis ist nicht nur für die Entscheidungsträger relevant, sondern gerade auch für die Bevölkerung vor Ort. Sie muss darauf vertrauen können, dass die Gesundheitsversorgung der Einwohnerinnen und Einwohner im Fokus steht", betont Dr. Michael Lauerer, Akademischer Rat am IMG.

Zentral ist die Notfallambulanz, die nach wie vor erste Anlaufstelle für die Anwohner bleibt. Optional kann ihr auch eine KV-Notdienstpraxis angegliedert werden. Damit können sowohl stationäre als auch ambulante Fälle adäquat versorgt werden. Patientinnen und Patienten, die stationär weiterbehandelt, aber nicht operiert werden müssen, können in vielen Fällen im Mein GesundheitsCampus versorgt oder problemlos in vernetzte Strukturen verlegt werden.

Einbindung von Niedergelassenen

Der ambulante Teil von Mein GesundheitsCampus kann über ein Medizinisches Versorgungszentrum oder ein Ärztehaus organisiert sein. Ziel ist es, hier Niedergelassene anzusiedeln, um stationäre Strukturen teilweise zu ersetzen. So könnte Mein GesundheitsCampus Niedergelassenen z. B. ein Herzkatheterlabor zur ambulanten Erstversorgung kardiologischer Fälle bereitstellen. Außerdem wären diese über eine Teilanstellung im Krankenhaus in der Lage, stationäre Patienten mit zu behandeln. Je nach Standort können weitere Strukturen eingebunden werden, von denen Mein GesundheitsCampus zusätzlich profitiert. Dazu zählen ein Geburtshaus, eine Apotheke, eine Pflegeeinrichtung oder eine Physiotherapiepraxis.

Digitale Anbindung

Die Digitalisierung spielt bei der Vernetzung des Fachpersonals und bei der Einbeziehung der zu Behandelnden eine herausragende Rolle. Durch digitale Visiten, Sprechstunden und Fallkonferenzen können hier wesentliche Nachteile von kleineren ländlichen Strukturen kompensiert werden. Dies ist entscheidend für eine Qualitätssteigerung.

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